Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Dritter Band (1769)
- Issue
- Sechstes Stück (1769)
- Date
- 1769-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2577043-2577044-9903377--0994-2577632- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
r6 LA «MO LA diesem das Tranßppfer auf gleiche Art gebracht werden , nur aber war dabey nöthig, daß man schon am Freytag das Wasser aus dem Brunnen Grloah, gleichfalls in einem güldenen Gefäß, Las aber kein heiliges Gefäß seyn durfte, schöpfet«, damit der Priester nicht nöthig hatte den Sabbath früh das Wasser daher zu holen. Die Ursache dieses Gebrauchswird sehr verschieden angegeben. Einige sagen, man habe dadurch Gott, um einen gnädigen Regen zur Aussaat bitten, oder demselben vielmehr im Voraus dadurch abbilden wollen. Andere behaupten, es sey zum Gedächtnis; des ehedem in der Wüsten aus dem Fels geflossenen Wassers geschehen. Noch andere sagen, man. habe dadurch die Ausgießung des heiligen Geistes abbilden wollen; oder man habe es gleichsam als ein Bild der Lehren des Gesetzes gezielek angesehen. — Ob diesesWasseropfer, wenn wir es so nennen dürfen, vom Anfänge her an diesem Feste üblich gewesen, oder ob es erst später eingeführet worden, das ist noch einigen Zweifel unterworfen. Die Juden geben vor, daß die Anordnung dieses Gebrauchs ein Stück des mündlichen Gesetzes sey, das Moses auf dem Berge Sinai von Gott dem Herren bekommen, und andern wieder mündlich bekannt gemachet habe, lind ob nun also gleich in dem geschriebenen Gesetze kein ausdrücklicher Befehl dießfals vorhanden, so zielte»! doch, sagen sie, hin und wieder einige Stellen der Schrift, wie z. E. Jesaiae i2. v. z. r Sam. 7. v. 6. obwohl entfernter darauf ab. Nach