Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Dritter Band (1769)
- Issue
- Viertes Stück (1769)
- Date
- 1769-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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58 LU *XO LU men muß. . Die Gemeine betet nemlich erstlich das Schmoiieh Eseehgebet so wie es am Versöhnungstage mit unterschiedenen Gebeten vermehret, gesprochen wird, ganz allein vor sich. Wenn das geschehen, so tritt wieder ein Gelehrter, oder ein anderes angesehnes Mittglied der Gemeine, an des Vorsängers statt, vor das Pult, und fangt das Schmoneh Efrehgebet wieder von forne laut an. Nach dem ersten Satze dieses oft erwähnten und beschriebenen Gebetes, setzt erfolgende Worte dazu: „Nach dem Rache der Weißen und Vernünftigen, und nach vermehre der Schriftkundigen will ich meinen Mund mit Gebet und Alchen öfnen, um anzubeten, und aNzuflehen, das Angesicht des Königes, der da verzeihet, und Sünde vergiebt.!' Hierauf wird der heiklgeSchrank geöfnet; und dabey werden wieder eine Menge poetische Gebete, gleichsam in Chören von der Gemeine, und dem. Vorsänger abwechselnd hergesagk. Der heilige Schrank wird dabey bald verschlossen, bald auch wieder geöfnet. Unter diesem Schmoneh Efrehgebet wird gleichfalls ein Stück von den berichtigten, und im ersten Theile von uns beschritbenenDlenngebet in einer langkonenden Melodie mit abgesungen. Der Vorsänger so wohl als auch die ganze übrige Gemeine fället, wenn sie an die Worte kommen: „wir aber knieen" würklich auf die Knie nieder; Und wenn es in eben diesem Gebete ferner heißt: „wir neigen uns," so neigen sie sich mit den Köpfen zur Erde. Bey den Worten: „wir beugen uns" bücken sie /