Mannheim
Compact Memory

Der Jude · 1769-01-01 · Drittes Stück (1769) · p. Seite 43

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jude
Volume
Dritter Band (1769)
Issue
Drittes Stück (1769)
Date
1769-01-01
Page
Seite 43 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2577043-2577044-9903374--0948-2577589
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

LS OXK LS 4S tröpfeln lassen. Unsere teutschen Juden aber haben diese strenge Zuckt gänzlich abgeschaft und glauben genug gethan zu haben, wenn sienurüberhaupt das Geboth der Geiselung erfüllt haben. Nach dieser Casteyung eilet ein jeder nach Hau» se, wo er den Tisch weiß und sauber bedeckt antrifft, um die letzte Mahlzeit vor dem Versöhnungskage zu genieße». Diese Mahlzeit nennen sie: Tiilpv Suda ^«rmmaffekeß, b. i. die Mahlzeit womit man aufhöret. Denn nach derselben ist niemanden erlaubt, eher, als wenn den andern Tag die Sterne wieder am Himmel zu sehen sind, das geringste zu geniesten. >— Schwer zu verdauende, oder, absonderlich mit Safran stark gewürzte Speisen,, ingleichen Eyer und Milch wie auch sehr guter alter Wein darf bey dieser Mahlzeit nicht genossen werden. Sd wie man auch überhaupt, sich nicht zu sehr mit Speise und Trank anfüllen, sondern alles vielmehr mäßig zugehen, und ein jeder sich auch dabeyjso sorgfältig für unnützen Worten und allerley Leichtsinn hüten soll, als wann er bey eijiem König zur Tafel wäre. — R.Isaac Levi schreibet : Er hätte gesehen, daß seine Lehrer bey dieser Mahlzeit nichts anders als Erdapfel gegessen und, Wasser getrunken hätten. Dieses wären also nun die Vorbereitungen die man bey den heutigen Juden, zu dem Versöhnungsfeste zu machen pfleget. - Ehe

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.