Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Dritter Band (1769)
- Issue
- Drittes Stück (1769)
- Date
- 1769-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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L.U E LU s- «en könnte, als ob man den Armen nur deswegen dieses Geschenke mache, weil man vorher seine Sünden aufdieseHüner geleget hätte; so hat man es lieber so eingerichtet, daß ein jeder soviel Geld als der Hahn (oder die Henne) werth ist, an die Armen giebt, und seine Hüner selbst verzehret, llnr aber noch ferner recht fromm und gütig zu scheinen, so müssen fie das Eingeweide aufdie Gasse werfen, um es denen Vögelu oder Hunden Preist zu Heben, da man sich nach Gottes Befehl, auch dieser Thiere erbarmen solle.. Nach Endigung dieftr Ceremonie, gehet der Jude an die Todtengräber, und theilet; daselbst reichliche Allmosen aus. Denn es sitzen da die Allmosen-Einnehmer und haben Büchsen oder zinnerne Teller neben sich stehen, worein denn ein jeder nach Belieben einwi.rft, so viel er will, — Au diesem Vorbereitungskage darf keiner fasten, und wann er auch einen noch so . bösen Traum gehabt hätte; sondern man thut sich gütlich, so wie an andern Feyertagen, darf Fleisch essen und Wein trinken; Nur dieß ist befohlen, sich für allzu schwer zu verdauenden Speisen zu hüten.. Nach Mittage,, ehe noch das Minchagebet sngehet, muß jeder Jude an eine nlpv, d. i. zu ei? per Grube gehenwo Wasser aus einer Quelle zusammen fliestet, und sich da seyn, d. i. sich baden. Denn man versichert, daß das Baden^ wenn es an diesem Tage von einem Menschen ge- §4 schie-