Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Dritter Band (1769)
- Issue
- Zweytes Stück (1769)
- Date
- 1769-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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,r LS GXO LS führer erlaubt war. — Die Haupt llrsache, warum so viel Zelte, oder Hütten von der Stadt bis in die Wüsten angeleget werden mußten, war sonderzweifel diese, daß ein solcher Ausführer des Bockes, allezeit jemanden bey sich haben möchte, wenn ihm vielleicht ohngefehr auf dem Wege etwas zugestoßen wäre, das ihn an der Ausführung seines Geschäftes, daran doch so gar viel gelegen war, hatte hindern können. Wenn nun dieser Mann in die Wüsten gekommen war, führte er den Bock auf einen hohen Felsen, und schnitte das ihm vorher angebundene Scharlachband entzwei), befestigte das eine Ende, davon an den Fels, der Rest aber blieb dem Bocke zwischen den Hörnern hangen. Hierauf stieß er ihn rücklings mit aller Gewalt den Fels hinab; da er denn, ehe er halb hinunter kam, gänzlich zerschmettert wurde. — Wenn das geschehen, so gieng er zurück bis an dis zehnte Hütte, blieb allda bis es finster ward, weil seine Kleider unrein waren. Alles dieses kan man im Talmud, Tract. Joma, S. 67. Col. i. mit mehrern Nachlesen. Hierbey geben nun die Juden vor, daß der an den Fels angebundene rothe Faden, durch Gottes Allmacht so weiß, als die weißeste Wolle geworden sey. Und wenn dieses geschehen wäre, so sey das ein Zeichen gewesen, daß Gott ihre Sünde vergeben hätte. Wie es Jesaiae i. v. 18heiße; „Wenn eure Sünde gleich Blukroth ist, soll sie doch