Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Erster Band (1768)
- Issue
- Sechzehntes Stück (1768)
- Date
- 1768-01-01
- Page
- Seite 254 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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»54 OX» LL Gebete, welches sie stehend verrichten müssen, ist ihnen nicht erlaubt, sich irgend än etivas ünzulHnen, sondern sie müssen ganz stey stehen, als wenn sie vor einem grossen Könige stünden. Indem sie es verrichten, müssen sie alle Gedanken mit der größten Anstrengung, auf dasselbe gerichtet seytt lassen, Daher dürfen sio Memand ansehen und anrühren, oder mit jemand reden. Wenn sie etwa ihren Speichel answerfen wollen, müssen sie denselben in das Schnupftuch fassen, oder mit dem Gesichte rückwärts gewendet , auswerfen; denn sie sagen, fornemher stündest die heiligen Engel, und es würde gegen diese, als eine Art der Beleidigung anzusehen seyn, wenn man diese Behutsamkeit nicht anwenden wollte. Sie haben noch mehrere andere Verordnungen, in Absicht verschiedener besondern Vorfällewelche sich llnter dem Gebet ereignen könnten, die wir, um nicht vielleicht die Bescheidenheit unserer Leser zu beleidigen , nicht wohl namhaftmrachen können. Aa sie sind so gar in Rücksicht auf dleselben, mst gewissen besonder» Gebetsforlneln versehen. . - Das Gchmoneh Estek» Gebet muß die Gemeinde erstlich vor sich ganz leise aUsbeten hernach fängt es der Vorsänger wieder laut an zu beten. Deswegen ist die Gewohnheit, ehe dasselbe angefangen wird , daß der Schammes, d. i. Löstet durch einen Schlag auf den Mölchnn d i. Tisch, ein Zeichen giebk, damit alles stille seynföÜ: Wenn ein Kind von ohnge-