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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1885-01-01 · 1 (1885) · p. Seite 148

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
12 (1885)
Issue
1 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 148 (sequence 152)
Language
German
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14g Reccnsion. Der erste Rabbiner, dessen mir in nichtjüdischen Quellen erwähnt wird, ist der unterm 20. Febr. 1672 als ״für alle in der Mark Brandenburg vergleiteten Juden" bestallte Rabbi Ca in. Mit Recht vermuthet Landshuth in diesem Namen einen Rabbi Chaim, der in einer Stadt der Neumark, vielleicht in Landsberg a. W., wie sein Nachfolger, seinen Sitz hatte. An dessen Stelle folgte nämlich am 11. Mai 1685 R. Binjamin Wolf Liepmann, der sich (1682) auf dem Titelblatte seines Werkes נחלת בדמן als Rabbiner der Mark bezeichnete, da»» zum Rabbiner der Juden in der ganzen Kurmark ernannt wurde. Er folgte aber bereits 1687 einem Rufe nach Sluzke in Polen, wo er am 28. Cheschwan noch in demselben Jahre starb, wie dies aus dem Epitaph ‘) des Leichensteins hervorgeht. Wenn daher Verf. ihn in Olik etwa vor 1698 sterben läßt, so beruht dies auf der mißverstündlichen Auffassung (S. 3) der Worte im Buche נית לחם יהודה, nämlich: ראיתי כתוב בטורי זהב של אחי הרב מד,וריר יעקב ז״ל חתן הגאון הגדול ט! יה מימן בעל המחבר נחלת ככיקאב״ד דק״ק אליק da die unterstrichenen Wörter sich nicht auf den Letztern (מימן), sondern ans den Erster» (יעקב) beziehen. Der erste Rabbiner, der als solcher seinen Wohnsitz in Berlin hatte, ist der mehr seinem Wirken nach, weniger nach seiner Abstammung und seinen Familienverhältnissen bekannte Schemaja b. Abr. Jissachar Bär, der, bereits früher in Frankfurt a. O-, von 1692 ab aber in Berlin fungirte und, wie es in der Folge auch bei den anderen Rabbinern in Berlin üblich wurde, nur zu gewissen Zeiten, besonders während der Messen, in Frankfurt zur Entscheidung in Prozessen oder zur Schlichtung von Streitigkeiten sich 'einfand. Er starb, wie sein noch erhaltener Leichenstein verkündet, nachdem er im Ganzen 40 Jahre als Rabbiner gewirkt hatte, am letzten Pcßachtage des Jahres 546". Sein Nachfolger war der Sohn seines Vorgängers, 0 Herr Israel Eisenstadt aus Warschau, der den Leichenstein gesehen und das Epitaph copirt hat, theilte mir dies mit.

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