Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 12 (1885)
- Issue
- 1 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 114)
- Language
- German
- Belongs to
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110 Hermann Deutsch. gesprochen, in mangelhafter Wiedergabe des Ausspruches R. Meirs: Wer in Palästina wohnen bleibt und die hl. Sprache spricht, — der kann der einstigen Seligkeit versichert sein (Jeruschalmi Sabbat 1,5; vgl. auch Babli Ketubot 111 und Megilla 27). Endlich wird noch zu V, 15 im Anschlüsse an die Textesworte: ״Trinke Wasser aus deinem Brunnen!" die Warnung an die Jugend gerichtet: zuerst an den Quellen des Gesetzesstndiums in Palästina zu verweilen, dann erst nach der Fremde zu wandern. Außerdem ist auch die Sprache dieses Midrasch der später״ palästinensischen, oder vielmehr syro-chaldäischen nahe verwandt. Zweimal steht o. 1,14 באיזהו צד für: wie war eigentlich dieses? welchen Ausdruck Jalkut wegläßt; II, 5: ״ אם צבא ארם בדברי הוויהwenn der Mensch die Worte der Lehre erstrebt;" VI, 31: והקב״ה משלימו לי״ד מדורי גיהנם und XIX, 21: והוא משלימו לידי, wo שלם in der Aphel-Fornl im Sinne von: ״vollends hingeben," nach syrischem Sprachgebrauche, angewandt ist; I, 14 mit Bezug auf das Texteswort ״ נטל הכליד ומקיש בו : גורלךer (Joseph) nahm den Becher (syr. בלידא) und schlug daran," wofür die Quelle (Bereschit r. o. 62) und ebenso Jalkut z. St. נטל הגביע hat"); IX, 2, in der Erzählung von der Hinrichtung N. Akiba's, schlägt die Sprache plötzlich ganz in's Syro-Chaldäische um und ähnlich <5. XXII, 6, 20, wie denn auch in der Auslegung der zehn synonymen Bezeichnungen für ״Erde" (Wajikra r. v. 29 u. 30 nennt deren nur 7; vgl oben unter No. 1 und unfern Midrasch v. IX, 1 XXII, 20) die syrische Bedeutung der betreffenden Wortstämme hineinspielt. Ferner die Redensarten o. VI, 1: שבברו מעשיהם הטובים sie (die Jsraeliten) haben frühzeitig ihre guten Thaten bewährt"; VIII, 6: בלידא (״ entspricht wohl dem hebräischen בום, syr. בטא als Be- Zeichnung für Loos, Schicksal (vgl. Ps. 11, K: 16,5: 23,6 und im Targum z. d. Stellen) überhaupt, wofür das Bild vom Kelche in den Sprachen der alten Völker gebraucht worden (vgl. Gesenius zu Jes. 51, 17), und darin glauben wir den Anschluß dieser Haggada an das Wort גורל des Spruchsatzes zu erkennen. Durch die Aenderung des Jalkut geht dieses Merkzeichen des beziehendlichen Anschlusses wieder verloren.