Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 12 (1885)
- Issue
- 1 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 108 (sequence 112)
- Language
- German
- Belongs to
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108 Hermann Deutsch. eMpfehlung unser Verfasser in den Sätzen der Sprüche oft Anregungen sucht (o. XV, 14, 29, 33. XVI, 1,11. XIX, 1. XXI, 3. XXV, 14. XXX, 21). Da aber nur die wenigsten Verse dieses mehr die praktischen Erfahrungen und gesellschaftlichen Beziehungen des Lebens behandelnden Buches sich als Anknüpfungspunkt für diese, dem Verfasser unseres Midrasch besonders nahegelegenen Lehren, eignen, so sind auch die wenigsten von ihm benutzt und ganze Spruchreihen und Kapitel übersprungen^), andere wieder, welche die gesuchte Lehre ohne künstliche homiletische Uebertragung ausdrücken, unverändert beibehalten und ihrem buchstäblichen Inhalte nach wiederholt worden. *) 4. Klagen über Gelderpressungen und Bedrückungen, bittere Stoßseufzer über Verrath und Angeberei im eigenen Lager (o. I, 22. VI. IX, 2. XIII, 24. VI, 12), ganz in dem Tone, wie es uns aus der spätem synagogalen Literatur entgegenhallt, kommen ebenfalls nicht selten in unserem Midrasch vor. Die verschiedenen Zahlsprüche des dreißigsten Kapitels, “) Ganz übergangen sind die Kapitel HI, VII, XVIII. In o. XI V ist von V. 2—27 uncommentirt gelassen: o. XV beginnt die Auslegung mit V. 17; o. XVII dagegen wird zwar mit V. 1 begonnen, sogleich aber zu o. XIX übergegangen: dabei werden die Auslassungen durch gedankenmäßige Verknüpfung der auseinanderliegenden Verse unbemerkbar zu machen versucht — und so geht es fort in fast allen Kapiteln. ») Vgl. z. B. o. XVI, 1: לאדם מערכי לב—להודיעך שהכל מר,׳ שלא מאדם מחשבת לב ולשון. דבר אחר כל מי ששופך תחינתו לפני הקב״ה נותן לו מענה לשון, und so weiter fort durch das ganze Kapitel: eine Abschweifung wird nur an einzelnen Verscn gemacht, um das Gesetzesfludium, Wohlthun und das Besuchen des Gotteshauses in Parabeln oder haggadischen Ausschmückungen zu empfehlen, o. XXVII, 1: יהללך זר ולא פיך נכרי ואל שפתיך—אמר רבי אבין ננאי הוא לאדם שיאמר שבחו בפיו אלא נכרי. Hier könnte man auf die Vermuthung kommen, R. Abin wolle daraus Hinweisen, daß der Gegensatz zu a erst mit אל שפתיך, was wie אל יהללוך שפתיך aus gefaßt werden kann, beginnt: demnach ולא פיך appositionelle Weiterführung des זר wäre, in dem Sinne: ״ein Fremder, der doch nicht dein Mund", wie Fleischer ähnlich erklärt hat. Wahrscheinlicher jedoch ist es, daß an dieser Stelle etwas ausgefallen, weshalb auch Jalkut das Ganze wegläßt.