Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 12 (1885)
- Issue
- 1 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 97)
- Language
- German
- Belongs to
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Sprüche Salomo's. 93 geringe, als zu große Anzahl derselben wundern müssen, wenn man bedenkt, daß in dieser Aufzählung auch die des Targum, des Sohar-Buches n. s. w. mitinbegriffen und außerdem mehrere von höchst fragwürdiger Art mitgezählt sind. Was soll es z. B. heißen, wenn zu Spr. 12,10 bemerkt ist: Aus dem Umstande, daß im Anschluß an den Satz יודע צדיק נפש בהמתו vom Midrasch bemerkt wird: יודע צדיקו של עולם נפש אפילו בחמתו. אפילו כשהוא כועס ergäbe sich, daß er für בהמתו des Satzes בהמתו gelesen! Kennt der Verfasser die haggadische Auslegungsregel nicht: '״ לא מתמנעין רבנין לדרש בין הי להDie Rabbinen haben in ihren Deutungen auf den Unterschied zwischen ה und n oft nicht Rücksicht genommen" (Jeruschalmi Peah Vl, 7; Maaßer-scheni V, 3), daß er ein solch freies Verfahren als Variante ansieht? dann hätte er auch ליקהת Spr. 30,19 (mit stummem Jod), das die Rabbinen (Jerusch. Peah 1,1. Kidduschin 1,7) gleich ליקהת erklären, als solche zählen sollen. Den gleichen Einwand müffen wir gegen die zu 27,26 vorgebrachte Variante, wonach כבשים des Textes von den Rabbinen כבשים gelesen worden sei, weil die Haggada (Midr. z. Hohel. o. 9) es so aufgefaßt hat, erheben- Auch hier übersieht der Verfaffer, daß es zu den ganz gewöhnlichen Voraussetzungen der Haggada gehört, diese beiden Buchstaben mit sich sowohl, als auch mit dem ihnen verwandten ם Buchstaben verwechseln zu lassen, worüber ausführlich Berliner in seiner Schrift ״Pletat Soferim" S. 40 und in den ״Beiträgen zur hebr. Grammatik ׳in Talmud und Midrasch" S. 24 gehandelt hat und deffen gründliche Auseinandersetzung wir an anderer Stelle zu ergänzen versucht haben 'und noch durch weitere Beispiele ergänzen könnten. — Wiederholt kommt der Verfasser in der mit Fleiß gearbeiteten Einleitung S. 1—58 auf die Thatsache zurück, daß Norzi stets die massoretische Lesart der abweichenden im rabbinischen Schriftthume vorzieht, was er unbegreiflich und ungerecht findet; er beruhigt sich vielleicht hierüber, wenn wir ihm sagen, daß der bekannte Gelehrte R. Juda Minz, Zeitgenosse des berühmten R. Melr Padua und Gegner des Elia del Medigo, hierin II 1885. 7