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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1893-01-01 · 1 (1893) · p. Seite 196

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
20 (1893)
Issue
1 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 196 (sequence 199)
Language
German
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196 Abraham Samson befragt, welcher folgendes zu seiner Verantwortung yorbrachte: ״Ich kann nur soviel bezeugen, dass der Joseph Steblitzki, itzt Abraham, schon von jeher eine besondere Neigung zum Judenthum blikken lassen, und sich dann und wann in die Synagoge am Sabbath mit einem Buche, auf dessen einer Seite lateinische, und auf der andern hebräische Psalmen stehen, eingefunden. An dem Versöhnungsfeste selbst, kam er auch in einem weissen Sterbekittel dahin, wo ihn die Bürger den zweyten Tag angetroffen. Da er sich selbst gerühmet, dass er sich beschnitten, und bei dem Eintritt in die Synagoge den Kittel vorwies: so wurde er eingelassen. Man hat aber bei seiner Annähme weiter keine Ceremonien gemacht. Meines Wissens hat ihn wol keiner von uns Juden zum Judenthum angereizt; allein sein Eifer zur jüdischen Religion ist gross, und er lässt sich davon nicht zurükhalten. Auch bleibt einer ein rechter Jude, wenn er sich auch selbst beschneidet. Ich glaube aber, dass hier keiner ist, der es an grossen erwachsenen Leuten ordentlich verrichten kann, und nur in Amsterdam sind solche, die es recht verstehen. Es ist übrigens falsch, dass wenn einer ein Jude wird, er Chrim. verfluchen müsse.“ Endlich hielt der Kommissarius für nöthig, den gesammten Magistrat, von dem Steblitzki bisher ein Mitglied war, über dessen bisherigen Lebenswandel und moralischen Charakter zu befragen, worauf alle einmüthig und pflichtmässig auf ihren Amtseid bezeugten: ״dass er von jeher ein stilles, ruhiges, friedfertiges und untadelhaftes Leben geführet, auch sich gegen seinen Nächsten ebenfalls gut und redlich betragen, während seines Amtes als Rathmann sich treu und emsig verhalten, und die ihm anvertraute Kämmereikasse mit aller Treue verwaltet.“ — Soweit der Aktenabdruck. Ueber den weiteren Ver-

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