Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 20 (1893)
- Issue
- 1 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 181 (sequence 184)
- Language
- German
- Belongs to
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Joseph Abraham Steblfckf. Ein Ger Zedek des 18. Jahrhunderts. Von Dr.!Eduard Biberfeld• ״Dass ein Jude zum Christenthum Übertritt, ist eine alltägliche Erscheinung, so alltäglich, dass sogar verständige und gelehrte Männer sich wundern können, wenn irgend ein aufgeklärter Jude diesen Schritt zu thun Bedenken trägt, und dass sie es selbst dem Philosophen Mendelssohn noch im Grabe nicht vergeben können, dass er die Tücke hatte, kein christlicher Philosoph zu sein oder zu werden. Desto seltener und merkwürdiger ist unstreitig der Uebertritt eines Christen zum Judenthum. Wenn die Taufe eines Juden oder einer Jüdin weit öfter die Wirkung der Hoffnung oder der Liebe, als die des Glaubens ist, so muss umgekehrt der beinahe heroische Entschluss eines Christen sich beschneiden zu lassen, ohne sich durch das drückende Joch des Ceremonialgesetzes oder durch die Aussicht auf künftige Verachtung und auf den Verlust so mancher wichtigen bürgerlichen Vortheile, wo nicht gar auf bürgerliche Bestrafung abschrecken zu lassen, sicher die Folge eines nur zu ängstlichgewissenhäften Glaubens sein, wenigstens kann er auf keine Weise die Wirkung irgend eines eigennützigen selbstsüchtigen Triebes sein. Ein solcher Heroismus des Glaubens mag immerhin unser Mitleid verdienen, weil er sich nicht wohl ohne eine gewisse Verrenkung des Verstandes denken lässt; unsere Verachtung verdient er gewiss nicht, und es ist immer der Mühe werth, den Bewegungsgründen nachzuforschen, die selbst in unsern Zeiten und in unserm Staate einen sonst nicht unvernünftigen Mann bewegen konnten, öffentlich zu einer Religion überzutreten, die ihrem Bekenner von keiner Seite irgend einen Vortheil verspricht, noch weniger seinem Ehr-