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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1893-01-01 · 1 (1893) · p. Seite 31

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
20 (1893)
Issue
1 (1893)
Date
1893-01-01
Page
Seite 31 (sequence 34)
Language
German
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81 So ergeben sich uns die von Moses Ibn Esra erwähnten Eigentümlichkeiten unseres Autors als durch seine Werke bewiesen. Diese Momente beziehen sich freilich speciell auf seinen schriftstellerischen Character, sie werfen aber nicht minder ein Licht auf seine ganze Persönlichkeit: le style c’est l’homme! An seiner kurzen und gedrängten Ansdrucksweise erkennen wir den ernsten und nüchternen Mann, der bei seinem reichen Wissen und seiner grossen und vielseitigen Belesenheit 66) sich zu beschränken und nur das Nützliche und Notwendige mitzuteilen weiss. Was die Rücksichtslosigkeit und die Schroffheit seiner Kritik betrifft, so darf sie, wie aus den Worten des sie missbilligenden Moses lbn Esra selbst hervorgeht, keineswegs als Ausfluss einer unedlen Gesinnung, sondern vielmehr als Zeichen objectiver Wahrheitsliebe angesehen werden. Die strenge Kritik unseres Autors hat also für uns das besondere Interesse, dass sich in ihr seine geistige Unabhängigkeit und Selbständigkeit67) deutlich offenbart: Deutsches Wörterb. 8. v. 1. — Ueberhaupt müsste die polemische Sprache Ian Bal‘äms, welche dem sanften Moses I. E. zu schroff schien, dem an satirische und verletzende Ausfälle gewohnten Abraham I E., bei welchem Ausdrücke wie חולם החלום/ המהביל המשוגע u. dgl. nicht zu den Seltenheiten gehören, noch verhältnismässig mild erschienen sein. 66) Vgl. Abschnitt III. 67) Gr ätz, Gesch. d. Juden, B. VI, S. 75—76 2. Aufl.) behauptet in ziemlich tendenziöser Weise, dass unser Autor ״weniger Geist und Selbständigkeit“ als sein Zeitgenosse Moses Ibn Gikatilla verrät. Dieses Urteil wird nur durch den folgenden Satz begründet: ״Er (Ihn Bal‘äm) behauptet die Autorität der Massora und schrieb zwei Werke über massoretische Regeln“, — als ob nur die Verwerfung der Massora Geist und Selbständigkeit bekunden könnte! Grätz übersah dabei, dass auch Ibn G an ach, der von ihm selbst als ״der erste verständige Bibelkritiker“ bezeichnet wird (a. a. 0. S. 23), nicht minder die Autorität der Massora anerkennt (vgl. Bacher, Leben und Werke d. Abulw. S. 52 ff,). Uebrigens gehören die beiden ״Werke über massoretische Regeln“, wie es

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