Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 19 (1892)
- Issue
- 1 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 255 (sequence 257)
- Language
- German
- Belongs to
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250 (Vologeses und Artabanus) gerüstet, die er später nacheinander besiegte. 45) Aus vorstehenden Notizen dürfte sich Folgendes ergeben. Der Patriarch R. Juda I. ist in seinem Mannesalter persönlich vom Kaiser Marc Aurel ausgezeichnet worden, und die Patriarchen haben seit dieser Zeit in Palästina eine hohe Machtstellung innegehabt. Seinen Einfluss zu Gunsten seiner Glaubensgenossen geltend zu machen und deren politische Stellung zu verbessern, gelang aber dem Rabbi erst unter den Kaisern Septimius Severus und Antoninus Carracalla. Der Kaiser Marcus Aurelius Antoninus war von den Juden als gerechter Herrscher und ״Verehrer Gottesu lange Zeit gefeiert, so dass in späteren Zeiten Manche glaubten, er sei heimlich zum Judenthum übergetreten. R. Juda 1. wurde 136 geboren und strarb 217 n. Ohr. — Zwei Jahre darauf gründete Rab das Lehrhaus zu Sura. — Es ist nicht ohne Interesse zu beobachten, dass während Rabbi’s Verhältniss zum Kaiser Antoninus ein so freundschaftliches war, dass er beim Tode dieses Kaisers schmerzlich ausrief: ״Das Band ist gelöst“ (oben § 28), sein Sohn und Nachfolger R. Gamliel III., wahrscheinlich durch schlimme Erfahrungen veranlasst, den Ausspruch hinterliess: ״Seid vorsichtig den Machthabern gegenüber, denn sie bringen den Menschen nur ihres eigenen Nutzens wegen sich nahe; sie scheinen Freunde zu sein, wenn es ihr Vortheil ist, stehen aber dem Menschen zur Zeit der Noth nicht bei“ (Abot II, 3).