Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 19 (1892)
- Issue
- 1 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 180)
- Language
- German
- Belongs to
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178 Wie ein schauriges Märchen lesen sich darüber die Berichte der Zeitgenossen. Die Inquisition Isabellas fand ein würdiges Seitenstück in dem Verfahren Juans II. von Portugal. Aber auch die Seuche, die sich an ihre Ferse geheftet, der Mangel an Nahrung, die Verfolgungen und die Leiden der Wanderung haben ihre Reihen gelichtet1 2). ״Ich bezeuge, — schreibt der jüdische Staatsmann Isak Abravanel —־ dass die Zahl der Juden in Spanien dreihundert Tausend betragen hat und dass sie 4 Jahre nach der Auswanderung auf zehn Tausend zusammengeschmolzen istu *). Portugal und Navarra befolgten bald auch ihren eigenen Juden gegenüber das Beispiel der katholischen Könige. Nicht einmal religiöse Gründe waren da massgebend. Der Einfluss Castiliens allein vertrieb 1496 aus Portugal3) und 1498 aus Navarra4) die offenen Bekenner des einig-einzigen Gottes. — Der Schilderung der inneren Zustände, wie sie das spanische Judenthum in seinem letzten Jahrhundert aufweist, sei nachfolgende Abhandlung gewidmet. r) Vgl. Juchasin p. 227; Kapsalis ausführliche Berichte in ed. Lattes, 75— 83 sowie im Anhang zu Emek habacha (ed. Wiener) p. Schebet Jehuda No. 52—58. 2) מעיני הישועה, Einleitung. Ueber die Anzahl der Exilirten vgl.. Mariana, Hist.deEspana, II. Über 26; Zurita, Anales V, 9; Loeb, Le nombre des Juifs de Castille et de Espagne(R vue d. E. j. XIV.) 161—83; öraetz, G. d. J. VIII, 3. Aufl. Note 11. 8) Kayserling, Portugal, 128. 4) Yanguas, Historia de Navarra (1812), 364.