Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 19 (1892)
- Issue
- 1 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 170 (sequence 172)
- Language
- German
- Belongs to
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170 Dasein Gottes, seine Einheit, Allwissenheit, Allmacht, Willensfreiheit, Ewigkeit, so giebt uns die mosaische Lehre, weil für Alle berechnet, bloss die Endresultate dieser erst durch philosophische Speculation zu gewinnenden Wahrheiten. Was aber die übrigen Wahrheiten betrifft, die den Gegenstand der speculativen Wissenschaften (56חכמות העיוניות) bilden und unser geistiges Sein vervollkommnen, und aus welchen jene genannten, zunächst zum Zwecke führenden Wahrheiten als Endresultate hervorgehen, so giebt uns das Gesetz nicht ausdrückliche Belehrung, wie es bei den ersten der Fall ist, sondern gebietet uns im Allgemeinen: ״So liebe denn den Ewigen deinen Gott mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Vermögen“ (Deut. 6, 5). Die Liebe zu Gott aber kann (wie es Maimonides wiederholt auch an vielen anderen Stellen auseindersetzte57) nur durch Einsicht in das Wesen der Dinge und durch Kenntniss der in diesen sich offenbarenden göttlichen Weisheit tiefe Wurzeln in uns fassen. (Schluss folgt.) fi6) Die חכמות העיוניות (die theoretischen oder speculativen Wissenschaften) werden von M. im Milloth Higgajon, 14, in folgende drei Theile eingetheilt, in חכמה הטבעית, חכמה הלמודית und חכמה האלהית. Zur ersten zählt er Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik, welche Disziplinen wieder insgesammt חכמות שמושיות (Hülfswissenschafften) von ihm genannt werden. Zur חכמה הטבעית gehören: Mineralogie, Botanik, Zoologie und Physik. — חכמה האלהית endlich ist die Metaphysik in ihrer weitesten Ausdehnung. 57) Besonders in Hil. Jesode ha-Thora II, 1, 2; Hil. Teschuba X, 6; Sepher ha־Mizwoth Gebot 3; More III, 52. — Auch Ibn Esra stimmt mit M. überein in der Deutung des Gebots von der Liebe zu Gott (Deut. 6, 5.) als Aufforderung zur Erkenntniss Gottes durch Studium und philosophische Speculation. Jesod Mora VII).