Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 18 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 189 (sequence 192)
- Language
- German
- Belongs to
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189 gedeutet ist27). Aber auch diese unsere Welt wird nicht ewig bestehen, es kommt das grosse Jubeljahr und alles, was erschaffen wurde, geht unter28). Denn alles, was einen Anfang hat, muss auch ein Ende finden; nur Gott, der früher als alles dagewesen, bleibt ewig, als Letzter nach allen Wesen der Schöpfung29). Dieser Untergang der Welt ist aber nicht so zu denken, dass die Erde wüste wird, wie vor der Schöpfung, sondern cs tritt nur eine Pause in der Emanation ein. Nachdem nämlich die Welt sechs tausend Jahre, entsprechend den sechs Tagen der Schöpfung bestanden hat und je eine dazu bestimmte Sephira ihre Thätigkeit ausgeübt, erfolgt im siebenten Jahrtausend eine Unterbrechung im Wirken derselben. Sie kehren alle in den E11־S0f zurück, um dann nach Ablauf des Jubeljahres in der verjüngten Welt wieder ihre Emanationsthätigkeit aufzunehmen 30). 3. Zwei Principien sind in der göttlichen Natur vorherrschend, das Princip der Liebe und das der Strenge. Die Wirkung der beiden ist grundverschieden von einander und das eine kann nicht thätig sein, wenn das andere nicht zurückweicht. So musste das Prinzip der Liebe bei der Bestrafung des Sintfluthgeschleohtes, bei dem Sturze Sodom’s dem Prinzip der Strenge das Feld räumen31). Das Prinzip der Liebe bilden die männlichen Attribute, das der Strenge die weiblichen, deshalb finden wir diesen kennen, denn da hätte er nicht nöthig damit so ausserordentlich geheim zu thun, sondern seine Auslegung gründet sich auf JBereschith rabba § 9. 28) Lev. 35.2 .aus den Worten: ושבתה הארץ שבת לי״י gefolgert. 29) Num, 10.35; denn, argumentirt B., wenn die Welt nie aufhörte, wie ginge das Wort אן* אני אחרון (Jes. 48.12) in Erfüllung. 30) Num. das., wo sich B. mit diesem Phantasiegebilde ausführlich beschäftigt. 31) Gen. 18.33; diese Principien oder Eigenschaften der göttlichen Natur will B., nach seiner Art, oft in einzelnen Worten oder Buchstaben der Schrift angedeutet linden; so ס׳ האמונה S. 15 b, Num. 10.35 u. s.