Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 18 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 140 (sequence 143)
- Language
- German
- Belongs to
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140 Ein Brief, welchen der Barbanel an den Grafen von Faro über den Tod seines Schwiegervaters, des Grafen von Odemira, sandte. Wie Heilmittel beim Beginn der Krankheiten nichts nützen, noch sich der Natur derselben anpassen, so muss man nicht, so lange das Weh über den Tod von Angehörigen noch frisch ist, Trostesworte darbringen, weil sie bei der Macht des Schmerzes und des Überfliessenden Kummers nicht angenommen werden können. Im Hiob, Cap. 2, liest man, dass seine Gefährten, als sie ihn zu trösten kamen und so bekümmert fanden, nicht ein einziges Wort während sieben Tagen und sieben Nächten mit ihm sprachen, so gross war sein Schmerz, bis er selbst anfing, über seine Angelegenheit zu reden. Und da ich mich fürchtete, Herr, in dieser Bekümmerniss an Ew. Excellenz zu schreiben und auch keine Kraft in mir fühlte, einen Rath zu geben, so liess ich die ersten Tage Ihres Kummers vorübergehen. Da nun Ihr Brief statt dessen kam, so schreibe ich jetzt an Ew. Excell., wie es meine Pflicht ist, wenn es nun auch nicht so ist, wie es sein sollte. Wie viele glauben und ich dessen sicher bin, wird Ew. Excell. in ihrem edlen und menschenfreundlichen Herzen weniger Schmerz und Trauer über den Tod des erlauchten Grafen, Ihres Vaters, empfinden als über die neue ruhmreiche Nachfolge und die Erbschaft, die Ew. E’ cell, von ihm zufällt. Das billige ich sehr, und ich gedachte, nicht Euren grossen Kummer und herben Schmerz zu tadeln, sondern überzeugend zu beweisen, wie so Ihr grossen Kummer empfinden müsstet, und das ganze Königreich trauern muss. Denn wir gedenken seiner Liebe für Euch, und wie die väterliche Pflicht gegen Euch, weil er es so wollte, ihm zur Natur geworden war, da er Euch wie einen eignen Sohn liebte. Er behandelte Euch als grossen Herrn, vertraute Ew. Excell. wie einem Bruder, sprach in Eurer Abwesenheit mit besonderer Liebe von Euch, und mehr als von allen anderen liebte er es von