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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1891-01-01 · 1 (1891) · p. Seite 105

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
18 (1891)
Issue
1 (1891)
Date
1891-01-01
Page
Seite 105 (sequence 108)
Language
German
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105 Ausdrücke der Thora erklären. Sie will die Existenz Gottes dem Volke nur fester einprägen, deshalb trägt sie ihre Begriffe vom Höchsten, unserem beschränkten Gesichtskreise gemäss, in dieser Form vor; da wir als irdische Geschöpfe auch das rein Geistige nur durch sinnliche Vorstellungen erfassen können.13) Da nun die Gotteslehre nicht für einige Auserwählte, sondern zum Gemeingut der Menge bestimmt war, konnte sie nicht Alles vollständig auseinandersetzen, denn es wäre dies dem Verständnisse der Gesammtheit nicht anzuvertrauen gewesen. Sie muss sich vielmehr in gewissen Fällen mit kurzen Andeutungen begnügen und auf die mündlich überlieferte Erklärung stützen, wie dies bei den wichtigen Gesetzen und Vorschriften für das religiöse Leben der Fall ist14). Wir müssen daher die Auslegung unserer Weisen als bindend anerkennen, aber dabei es als unsere Pflicht betrachten nach eigenem Vermögen in den wahren Sinn der Schrift einzudringen und zu ihrer Erklärung beizutragen15). Diesem Principe gemäss verwendet B. in seinem Pentateuch-Commentare die flalacha sehr häufig und zwar als die einfache Erklärung der Gesetze, die in dem Schriftworte ausgesprochen oder angedeutet ist und mit ihr kommt auch ß. nie in Widerspruch16). Die kurze Fassung der 13) Gen. 1.27. Sehr bezeichnend ist diese Auffassung für B.‘ den Kabbalisten; er besiegt seinen mystischen Hang und will bei der Vorstellung des höchsten Wesens alle sinnlichen Begriffe beseitigt wissen. Er verurtlieilt somit die krassen Anthropomorphismen kabbalistischer Art, wie sie auch das Buch ״Bahir“ hat; erschliesst sich Mairauni’s Ansicht an (Moreh 1.26) und nimmt auch die von demselben gegebene Erklärung des Satzes דברה תורד« בלשון בני אדם an. Gen. 6.6 erklärt ויתעצב אל לבו wie Kimchi (z. St.), es sei דדך משל und ähnliche Ausdrücke dürfen nur in übertragenem Sinne verstanden werden. Ferner: Ex. 19.20; Num. 24.4; Deut. 11.2. 14) Lev. 23.24; Mkr. 167 b; so z. Bs. die Gebote der Schaufäden, Phylakterien, des Schofar u. A. sind ohne die traditionelle Erklärung unausführbar. 15) Gl. u. Vtr. 9 b. 16) Lev. 1.3: Ueber das Schlachten des Opferthieres und die dabei

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