Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 307 (sequence 314)
- Language
- German
- Belongs to
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307 ein Grammatiker des Hebräischen wurde zu seiner eigenen Befriedigung, für seiner Seele Seligkeit. Ahron b. Meir hiess der Mann, dessen Lehre und Vorbild erst in seinem Schüler litterarisch wirksam und schöpferisch wurde. Vom Sturme der Vertreibung von 1670 aufgehoben, fiel er wie ein triebkräftiges Samenkorn in Lissa und wohl kurz darnach in Gross-Glogau nieder, wo Juda Liwa Oppenheim aus Worms sein Jünger wurde. Der Sohn Samuel Sanwel Oppenheims, der Abkömmling jenes Simeon Wolf, der keinen Geringeren als R. Jomtob Liepmann Heller sich verpflichtet hatte, indem er seine kostbarste Handschrift ihm zur Verfügung stellte, war vom Hause aus geeignet, die Anregungen, die von Meister Ahron ausgingen, sich zu Nutze zu machen. Als er 1693 seine kurze hebräische Grammatik דרך ש״ח in Frankfurt a. M. herausgab, konnte sein Lehrer, mit dem er damals bereits 23 Jahre in stetem Verkehr dem grammatischen Studium obgelegen hatte, ihm bezeugen, dass er bei der Durchsicht des Werkchens keinem Verstosse begegnet sei. Ahron hatte den Ehrennamen: der Grammatiker damals bereits als ständige Be- Zeichnung erworben und der Ruf seiner Fachkenntniss war auch in Deutschland verbreitet, so dass der berühmte Rabbiner von Frankfurt Josef Samuel b. Zewi Hirsch, auf sein Zeugniss gestützt1), sich nicht bedachte, Oppenheim seine Approbation zu ertheilen. Rabbiner von Glogau war damals Isachar Bär b. Obadja, genannt Bär Satänow2), nachmals Rabbiner zu Kremsier, der beim Erscheinen des Buches gerade nach Zolkiew berufen wurde, wie über seiner Approbation zu lesen ist. Hohen Lobes ward Oppenheim auch noch von einem andern hochgefeierten Manne gewürdigt, R. David Lida3), der auf der Durchreise in Breslau ג) Die Worte: גם גדול אחד מפורסם בחכמת הדקדוק מעיד על המחבר שכל דבריו אמת וצדק können sich dem Inhalte vonK. Ahron’s Approbation zu Folge nur auf diese, nicht auf die Lida’s beziehen. 2) Kaufmann, die letzte Vertreibung p. 82 n. 2. 3) S. Brann in Grätz Jubelschrift p. 231.