Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 302 (sequence 309)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Geschichte der Wiener Exulanten von 1670• Von Prof. Dr. D. Kaufmann in Budapest. 1. Die Wiener in Trebitsch. Dank der fördersamen Bereitwilligkeit, mit der Herr Rabbiner Dr. Samuel Pollak in Trebitsch durch ur kundliches Material wie durch seine Funde auf dem Gottesacker der Gemeinde mich unterstützt hat, kann ich heute Trebitsch der Zahl der mährischen Gemeinden anreihen, in die der Strom der Vertriebenen aus dem Wiener Ghetto von 1670 eine Welle getragen hat. Der natürliche Mittelpunkt der Wiener Colonie und wohl auch der eigentliche Veranlasser ihrer Niederlassung an diesem Orte war R. Isak Me’ir Theomim, den die Gemeinde Trebitsch unmittelbar nach seiner Exilirung aus Wien zu ihrem Rabbiner erwählte. Der Ruf ausserordentlicher persönlicher Bedeutung und ein in der eigenen Abstammung wie in der Familie seiner Frau1) begründetes Ansehen waren ihm vorangegangen. Sein Schwager R. Juda Löb Krochmal2), der Sohn des gefeierten Landesrabbiners von Mähren R.Menachem Mendel Krochmal, sein Vorgänger in Trebitsch, hatte durch seine Berufung auf den Rabbinersitz von Nikolsbürg ihm die Wege geebnet. Noch bewahrt das Statutenbuch von Trebitsch in der Unterschrift Isak Meir Theomim aus Prag, wie er sich hier nennt, von Donnerstag dem 6. Adarl. 432 d. i. 1672 einZeugniss seiner rabbinischen P• J) Kaufmann, die letzte Vertreibung der Juden aus Wien 80 n. 2. 8) Ib. 79 n. 2.