Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 17 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 243 (sequence 250)
- Language
- German
- Belongs to
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243 zu solcher Ungeheuerlichkeit kann ein ernster Kritiker sich nur dann versteigert, wenn er mit vorgefasster Meinung, ja mit Gehässigkeit an die Beurtheilung eines Buches geht. Durch das, was der Herr Recensent (im zweiten Absätze auf Seite 81) über meine Kampf hypothese und den Hinweis auf Maleachi sagt, kann er doch wohl nur einen Eindruck auf solche Leser erwarten, die mein Buch nicht in der Hand gehabt haben, und selbst diese werden den gesperrt gedruckten Schlussworten, in denen so geschmackvoll der Devinationsgabe der Propheten Erwähnung geschieht, schon um deswillen keine Berechtigung zuerkennen, weil sie sich sagen, dass, wie männiglich bekannt, den Zeitgenossen, die mit den Personen imd Verhältnissen vertraut sind oftmals Andeutungen und Anspielungen16) genügen, um die Absicht des Redners zu verstehen, dass ihnen daher kein unenthülltes Geheimniss ist, was den Späteren leicht als solches erscheinen kann. Was die sachlichenAussteUungen des Herrn Recensenten betrifft, so gestatte ich mir, nur die wichtigsten derselben näher zu beleuchten. Aus dem Umstande, dass Esra 8,17—20 von einem Zusammen- oder Nebeneinanderwohnen von Leviten und Nethinim gesprochen wird, lässt sich gegen die durch so viele gewichtige Momente gestützte sogenannte Grafsche Hypothese nichts beweisen; daraus geht keineswegs hervor, dass ״deren Väter zusammen in’sExil gewandert, und dass die לוים ebenso die Unterpriester der Hauptstadt, wie die נתינים dort Tempelsklaven waren.a Denn über die Art und Weise der Vertheilung der Exulanten in Babylonien und über die Verschiebungen, die im Laufe der Zeit von ״schmeichelhafte Anerkennungen von hervorragenden Gelehrten“ als um die Wahrheit zu thun ist. 16) Der Prophet Maleachi begnügt sich (2,1 ff) nicht mit Andeutungen und Anspielungen, wenn er die Priester zurechtweist. Mit einer solchen Exegese, die Beliebiges in den Text hineinlegt, anstatt ihn auszulegen, kann man freilich aus Allem Alles machen,