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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1890-01-01 · 1 (1890) · p. Seite 130

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
17 (1890)
Issue
1 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 130 (sequence 133)
Language
German
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130 einnehmen (Baba Mezia V), scheinen dort ganze Traktate ausgefüllt zu haben. (Ribit d’be R. Chija)1) Oft finden wir in einer aus Chija's Sammlung angeführten Boraita die Misehna durch erklärende Zusätze ergänzt2) und dasjenige zum Gegenstände einer ausführlichen Abhandlung gemacht, was in der Misehna bloss angedeutet ist. Die Halachoth wurden in Chija's Sammlung in einer breiteren Form wiedergegeben, als dies bei den gemessenen Sätzen der Misehna der Fall ist, und ausserdem hatte Chija in seiner Sammlung auch solche gesetzliche Bestimmungen aufgenommen, die in der Hauptmischna keine Stelle gefunden hatten. Chija’s Sammlung wird darum öfter mit dem Namen Misehna gedolah (die grosse Misehna) bezeichnet)3; alle späteren Talmudisten hielten sie sehr hoch, und sie galt als unentbehrlich zur Erklärung und Ergänzung der Hauptmischna4). Nur Ilpha, ein Amoräer des 3. Jahrhunderts, glaubte, der Sammlung Chija’s neben der Hauptmisehna nicht zu bedürfen, und machte sich durch eine gefahrvolle Wette anheischig, alles darin Enthaltene aus den Andeutungen der Misehna folgern zu können5). Unter allen ähnlichen Sammlungen, welche in jener Zeit veranstaltet wurden, wie die des R. Jannai, des Bar Kappara u. A., galt nur die des Chija und seines Schülers Oschija6 7) wegen ihres klaren und gesichteten Inhalts für berechtigt, im Lehrhause als Autorität geltend gemacht zu werden1). Kein Amoräer durfte gegen die Boraita Chija’s eine Ent- 0 Ibid babl. 62 b, 65 b. 2) Aboda Sara 72 b, Erubin 92 a, jer. Kidduschin 1,1. 3) Midr. Kohelet ad II, 8, Jer. Horajot Ende, an letzterer Stelle ist statt חנא zu lesen חייא. 4) Jer. Sabbath I, 2, ibid. Aboda Sara I, 5. 5) Jer. Kiduschin I, Taanit 21a. c) Diese beiden oft neben einander genannten Sammlungen scheinen nicht identisch gewesen zu sein, wie aus Baba Kama 4b unzweideutig hervorgeht. Vergl. Jer. zur Stelle, welche mit Babli über die Autorschaft der angeführten Boraita differirt. 7) Chulin 141b, vgl. Raschi zur St. und zu Sabbath 121b.

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