Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 16 (1889)
- Issue
- 1 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 176)
- Language
- German
- Belongs to
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172 an Nahrung umkamen.“ Vita 12 erzählt Josephus von seinen Collegen, dass sie von den ihnen als Priestern znkommenden Zehnten viel Geld erworben hätten, und das. 15 theilt er von sich selbst mit, dass er auf die ihm als Priester gebühren den Zehnten verzichtet habe. — Unter den Zehnten an den letzten Stellen der Antiquit. wie der Vita kann man zwar nur den Zehnten vom Zehnten (מעשר מן המעשר) und die Habe verstehen, doch kann Ant. IV, 4,4 und 8,8 unter dem Zehnten, den die Priester wie die Leviten erhalten, nur der erste Zehnt gemeint sein. Man darf aber nicht daraus entnehmen, dass thatsächlich schon seit Moses auch die Priester die ersten Zehnten erhielten, da Josephus, wie schon früher ausgeführt wurde, selbst zu seiner Zeit entstandene Gebräuche auf Moses zurückführt.1) Doch ist man berechtigt, aus den zuletzt angef. Angaben des Josephus zu schliessen, dass jener Usus am Ende des zweiten jüdischen Staatslebens wirklich existirt hat, weil Jos. bekanntlich die meisten gesetzlichen Kelationen aus der Praxis geschöpft. Auch aus vielen Stellen des Talmud geht hervor, dass der erste Zehnt den Priestern sowohl wie den Leviten gegeben wurde.2) (Jebamoth 86, Kethuboth 26 a, Maasser scheni Ende, Güttin 30 b u. a. m.) Wann aber dieser Gebrauch entstanden ist, dass der erste Zehnt, der ursprünglich nur den Leviten gehörte (Num. 18,21), auch den Priestern verabreicht wurde, lässt sich mit Bestimmtheit nicht sagen; Die Annahme, dass er schon zu Esra’s Zeit ein- נ) Vgl. Theil I, S. 24 f. 2) Wenn demnach Philo an einer Stelle (II, SB6) den ersten Zehnten als Gabe der Leviten, m. einem andern Orte wieder (II, 891) denselben als Priesterspende bezeichnet, so braucht man das nicht mit Ritter (Philo und die Halacha S. 117) als Widerspruch anzusehen und daxatcu an der zweiten Stelle in der Bedeutung von a7ra$%ai zu nehmen. Das kann vielmehr so erklärt werden, dass auch Philo bei jenen Angaben sich nach der damaligen Praxis gerichtet, die hinsichtlieh des ersten Zehnten schwankend war.