Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 16 (1889)
- Issue
- 1 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
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58 ib. Zu Sp. 158. Zur Liste der in Worms confiscirten Bücher, deren vollständige Mittheilung sehr erwünscht wäre, — Stern hat von den 28 Eintragungen nur 13 aufgenommen — bemerke ich: Cocer, deren 16 in der Gemeinde mit Beschlag belegt wurden, dürfte der sog. Zürcher Smak (Zunz, Ritus, p. 211 ff., 220 und meine Bemerkung in Jüdisches Literaturblatt 1878 p. 31) sein, wenn nicht der kleine Mardochai darin zu erblicken ist, der allerdings gewöhnlich מרדכי קטן oder קצור genannt w'ird (s. Kohn, Mardochai ben Hillel 80 n. 4), aber im Gegensatz zum langen auch einmal der ״Kurze“ heissen kann. Dass die Tosafoth in Worms 1509 nicht als besondere Sammlungen im Umlauf waren, ist von vornherein klar. Auch widerspricht die Stelle der Aufzählung bei den Talmudtractaten sowie die Schreibung thophos der Annähme, dass^isich hinter diesem Worte die Tosefoth verbergen. Es dürfte vielmehr darin der Tractat כתובות zu erkennen sein, der als Miki’otalmud am Meisten studirt wurde und daher in einer im Verhältniss zu den anderen Tractaten auffallend grossen Anzahl von Exemplaren gefunden wurde. Um aber diese Gleichung einleuchtend zu finden, dürfen wir nicht unsere Aussprache im Betracht ziehen, sondern müssen aus der Schreibung die Art heraushören, wie der Name dieses Talmudtractates in früheren Jahrhunderten in Deutschland ausgesprochen wurde. Wir erfahren hier dann, dass er nicht Ketbuboth, sondern Ktophos hiess. Eine unzweifelhafte Bestätigung dieser Annahme bietet die bekannte Bezeichnung der Scherzräthsel zur Chanukabelustigung, die ebenfalls Ketofos heissen und doch nachweisslich auf die Schreibung 1כתובות) zurückl) Elia Levita’s Ansicht s. hei Grrünebaum, Jüd. deutsche Chrestomathie s. v.