Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 16 (1889)
- Issue
- 1 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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mussten, welches er dann mit seinen Freigelassenen verzehrt habe“. Die übrigen Unterredungen, die der Talmud zwischen Beiden berichtet, tragen das Gepräge des Anekdotenhaften, wie auch die Anfrage Antonins, was er mit den unzufriedenen Grossen thun solle, und die zu R. Judas Charakter gar nicht passende symbolische Antwort. Es ist eine Wiederholung der Anekdote von des Tarquinius Superbus Sohn bei Ardea. Zudem hat dieser Antonin in seiner ganzen Regierung gezeigt, dass er in solchen Fällen sich nicht lange Rats erholte, am wenigsten dass er deshalb erst nach Judäa sandte. Unter den Juden Palästinas war bekannt, dass Rabbi in Gunst stand bei einem Antonin; daraus schloss man dass er gewiss auch mit dem Kaiser religiöse Gespräche geführt haben müsse, ja, man ging so weit, zu behaupten, dass er den Kaiser bewogen habe, die jüdische Religion anzunehmen. Letztere Behauptung konnte natürlich nicht unwidersprochen bleiben, während man die religiösen Gespräche der Beiden gerne hinnahm zu Ehren des Patriarchen. Und war auch dieser Antoninus nicht der Mann, von welchem man solche religiösen Gespräche annehmen durfte, so ist zu bedenken, dass die Provincialen die Kaiser meist von ihrer guten Seite kannten, da die Grausamkeiten und Ausschweifungen zumeist in Rom Statt fanden, während die Provincialen vielfach auch bei den schlechten Kaisern Schutz gegen Bedrängung und Gewaltthätigkeit der Beamten fanden. Später kümmerte man sich auch nicht darum, welches jener Antonin gewesen, und so konnte es ja auch ein würdiger Kaiser gewesen sein. Der Umstand, dass in einigen wenigen Stellen Antoninus mit Severus in Verbindung genannt wird zugleich mit unsrer Midraschstelle, zusammengehalten mit des Dio Cassius Berichten, giebt uns den Beweis, dass dieser den R. Juda hannasi begünstigende Kaiser Antonin