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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1887-01-01 · 1 (1887) · p. Seite 2

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
14 (1887)
Issue
1 (1887)
Date
1887-01-01
Page
Seite 2 (sequence 42)
Language
German
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2 Nicht so Herr de Lagarde, der ja selbst von sich *) sagt ״ein in frühester Jugend krumm gezogener Baum, wird nie grade, und nie eine Freude der Menschen". Lagarde hat auch nach der Abfertigung im Jahre 1880 nicht aufgehört, in allen seinen Schriften die ihm eigenthümliche Verirrung des Herzens zu offenbaren, welche A. Weber (S. 6 des oben erwähnten Anhangs) dahin charakterisirt: ״der hochmüthige und wegwerfende Ton seiner Polemik gegen die Mitforscher, das Rühmen der eigenen Leistungen, für die er öffentlichen Dank erwartet, die unermüdliche Prioritätssucht, die das Interesse der Person immer über das der Sache stellt, den festen Glauben, daß den Andern nichts mehr am Herzen liege als den Verfasser zu verfolgen oder todtzuschweigen oder seines Eigenthumes zu berauben. Der Verfasser scheint geradezu zu verlangeir, daß man ihn bei jedem Worte, das er irgendwo einmal besprochen hat, so oft man es gebraucht, citire, auch wenn die betreffende Erklärung längst Gemeingut der Wissenschaft geworden ist. Thut man es nicht, so wird man Plagiator, man kann sich drehen und wenden wie inan will.-Auch ist de Lagarde parteiisch in der Beurtheilung der eigenen und der fremden Fehler. Der Mitforscher wird wegen eines leichten oder schweren Fehlers nnt unerbittlicher Strenge (doch nicht ohne Freude de Lagarde's) an den Pranger gestellt, und es werden die weitgehendsten Folgerungen aus diesem Fehler gezogen; die eigenen Fehler weiß der Vers, als ״Schreib-, Druck- oder Gedächtnißfehler" zu entschuldigen".* 2) Doch Paul de Lagarde hat sich trotz dieser ernsten Vor- Haltungen von dein Wege, ans dem er sich so behaglich zu fühlen scheint, nicht im Geringsten abbringen lassen. Was er seither gegen verschiedene Gelehrte, lebende wie bereits verstorbene, direkt und indirekt, klar oder in versteckten Anspielungen, die er 0 Erinnerungen an Fr. Rückert S. 90. 2) In einer Note fügt Prof. Weber noch vorsichtig hinzu: ״Damit habe ich nicht sagen wollen, daß de Lagarde alle seine Fehler in der angegebenen Weise entschuldige. Ich wollte nur rügen, daß er ״MilderungSgründe" für die Fehler Anderer niemals annimmt.

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