Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 14 (1887)
- Issue
- 1 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Hebräische und Chaldäische Wortbildungen. 27 הסם wird in der Bedeutung vom Policen und Härten der Oberfläche gebraucht (Tosefta Schebiith IX., 10, Bezah 34 a). היסום wird auch in übertragener Bedeutung von der glänzend feuchten obersten Schichte des Bodens gebraucht (Jerusch. Berach. IX., 14a; Gen. R. s. 13 und Parallelstellen). In אסטכזא oder אסטומא ist der zweite Radikal verdoppelt, und aus סם ist סס oder צט geworden, während das hebräische ה dialektisch in א übergegangen ist. (Vgl. אסגא variirend mit חסנא Targ. Jotzl I., 17, o. Levy Targum Wörterb. s. v.). Auf die Verdoppelung eines Radikals ist auch אספסתא zurückzuführen, welches im Targ. Jer. (Gen. XXIV., 25) geradezu für das hebräische נזספוא steht. Beide gehören zum Stamme «)ספי ,ס. Die erste Bedeutung des Wortes ist Viehfntter; daß es im Talmud auch mitunter Klee heißt, kann wohl kaum auffallend erscheinen. Ob das persische ifsist mit unserem Worte einen geschichtlichen Zusammenhang hat, wage ich nicht zu entscheiden. Aspasta aber ist sicherlich ein Lehnwort. Einer andern Form von Reduplikation begegnen wir in זוסרא von זעזוסי ,זאזוסי ,זעיר von גזוזטרא ,זוטא, welches mit גיזרה dielektisch abwechselt (vgl. Ohol. XIV., 1 ecl. mit Aruch s. v.גזוזטרא) und mit ti/oatoa nichts gemein hat; ,בצוצטרא,בצוצרא בצרצרית, neben גיסטרא;בצורתא (von גזר) ein defektes Geschirr rc. (Vergleiche Noldeke, Mand. Gramm. '§§. 47—49). Dies sind einige Beispiele von Wortbildungen, die zum Theil ganz unerkannt, zum Theil nicht genügend etymologisch verwerthet sind. Hat man sich erst einnräl des Vorurtheils entschlagen, daß das talmudische Idiom ein unsystematisches Sprachengemisch ist, so wird man natürlich die Analogien von anderen semitischen Sprachen heranziehen und heimische Worte finden, wo man früher fremdländische Corruptionen zu sehen glaubte.