Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 13 (1886)
- Issue
- 1 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 134)
- Language
- German
- Belongs to
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132 Ahraham b. Asriel's Machsorcommentar. vatikanischen Handschrift angefertigten Excerpte überlassen hat, daß ich diese neuen Fragmente hier vorlegen kann. Mögen diese Erklärungen auch nicht gerade zu den Schriftstellen von Samuel b. Meir gegeben worden sein, auf die ich sie bezogen habe, so haben wir doch in jedem Falle darin wiederum Belege für bisher unbekannte Commentare gewonnen, die der große nordfranzösische Exeget zn fast allen Theilen der Bibel geschrieben haben muß. Ich habe aber auch die Citate, die bereits aus der Münchener Handschrift bekannt waren, aus der römischen, so weit sie sich darin wiederholen, hier noch einmal aufgenonimen, einmal, um sie in dem Zusammenhang zu zeigen, in dem sie auftreten, dann aber auch, weil zumeist die Texte der Citate erst nach der Leseart der beiden Handschriften sich feststellen lassen. Schon die Beschäftigung mit dem Codex Merzbacher hat mir gezeigt, daß der Commentar Abraham b. Asriel's uns keineswegs etwa in untadeliger handschriftlicher Ueberlieferung vorliege. Knappheit auf Kosten der Klarheit, Abkürzung der Anführungen bis zur Verstümnlelung läßt uns nicht zum vollen Genüsse der von dem Commentator geretteten Litteraturfragmente gelangen. Es geht mit der römischen Handschrift nicht besser. Da wir nun aus der Vergleichung cvntrolirbarer bekannter Anführungen ersehen, daß Abraham b. Asriel seine Quellen nicht etwa in freier Wiedergabe, sondern wörtlich anzuführen Pflegt, so können Dunkelheiten und Räthsel in den unbekannten Fragmenten nur den Handschriften zur Last gelegt werden. Der sonst natürliche Versuch, nur blanke und durchaus verständliche Texte vorzulegen, niußte bei solchem Zustande des handschriftlichen Materials hier von vornherein aufgegeben werden. Ich habe nur noch den Einen Wunsch dieser Ausgabe hinzuzufügen, daß sie ehestens durch die Auffindung der Commentarien selber überflüssig werde. In einer Litteratur, die seit wenigen Jahrzehnten durch ungeahnte Funde wunderbar erblüht ist, wie die jüdische, wäre es vorwitzig und unkundig zugleich, die Möglichkeit, daß wir auch noch Samuel b. Meir in sein