Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 13 (1886)
- Issue
- 1 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 66)
- Language
- German
- Belongs to
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64 Recenston. alles hierher gehörige Material aufzusuchen, um auf Grund desselben die Gründe für und gegen die Echtheit näher zu entwickeln. Es sind 51 Handschriften und Fragmente, welche aus Pergamentblättern (oder Lederfellen) in Rollenform bestehen und nur auf einer Seite mit einer eigenthümlichen Dinte beschrieben sind- Die Schriftzüge bieten meistens ganz eigenthümliche Formen. Was der Verfasser hierbei aus dem Gebiete der Palaeographie bietet, muß als besonders werthvoll bezeichnet werden. Er kommt hierbei zu dem Resultat, daß die Schreiber nicht nur eine eigenthümliche Schriftart erfunden und besessen haben, sondern auch ganz andere religiöse Gebräuche beobachteten, als sonst Juden, Karäer und Samaritaner. Die Proben, welche aus den abweichenden Texten gegeben werden, machen den Eindruck einer späteren ungeschickten Correktur. Vers, ermittelt alle auf die Insel Rhodus bezüglichen jüdische Daten (wobei für das Jahr 1522 noch das Lied Abraham de Leons auf den Fall von Rhodus s. Hamaskir I S. 88 und für 1581 durch Lunz, Jahrbuch I S. 171 zu ergänzen wäre), und wendet sich dann zu der benachbarten Insel Cypern, um dort eine alte, noch im 12. Jahrhundert vorhandene Sekte nachzuweisen, welche statt des Freitagabends den auf den Sabbattag folgenden Abend feierten, wovon der Reisende Binjamin di Tudela berichtet. Vers, acceptirt die bereits vor 44 Jahren von Rapoport aufgestellte Behauptung, daß ibn Esra bei seiner bekannten Polemik zu Gen. 1, 14 und im איגרת השנת nicht den Raschbam, sondern diese cyprischen Häretiker im Auge hatte. Auf die Untersuchungen des Vers, für diese bis jetzt unerledigte Frage werden von nun an weitere Forschungen zurückgreifen müssen. Vers, ist schließlich geneigt, auf diese cyprischen oder andere ähnliche Häretiker die vorliegenden Handschriften mit der eigenthümlichen Schreibart und ihren Aenderungen zurückzuführen, wiewol er die Ansicht nicht unterdrücken kann, daß die Echtheit des Fundes überhaupt manches Bedenken erregt. Br.