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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1884-01-01 · 1 (1884) · p. Seite 115

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
11 (1884)
Issue
1 (1884)
Date
1884-01-01
Page
Seite 115 (sequence 118)
Language
German
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Das Machsor Nürnberg. 118 A. Beschreibung des Codex. Der auf Pergament in Regalfolio geschriebene Codex hatte ursprünglich 528 Blätter, wie die frühere Paginirung zeigt, und der mit gepreßtem Leder überzogene Holzeinband war — wie ihn noch Würfel beschreibt ״ — ףvon starken Clansuren zusammengehalten." Leider ist an unserem Codex wie an vielen andern Handschriften der Nürnberger Stadtbibliothek 10) ein schmählicher Raub verübt worden. Aus verschiedenen Theilen des Codex sind zusammen 11 Blätter herausgeschnitten und — was allerdings von geringem Belang — die Clansuren abgeschlagen. Nach der neuen, von dem jetzigen Custos der Bibliothek, Herrn Priem vorgenommenen Paginirung zählt der Codex 517 Folien, die in Lagen von 8 geheftet sind. Das Pergament ist von ungewöhnlichem Umfange: 50 Cent, hoch, 37 Cent, breit; die Zeilenhöhe beträgt 31% Cent., die Zeilenbreite 22% Cent., die Seite zu 30 Zeilen.") Die Gebete, Megilloth und Haphtaroth sind in großer Quadratschrift mit dem äaotus nach rechts geschrieben und mit Punktation versehen. Am Schlüsse der Schacharith-Gebete sind gewöhnlich in kleinerer unpunktirter Quadratschrift die Tageslectionen angegeben. Was die Gestalt der Buchstaben betrifft, so ist das ,1 dem n ähnlich und bei feierlichen Anfängen vollkommen gleich; °) a. a. O. S. 98. Statt ״Hornband" soll es daselbst Holzband heißen. — ") Herr Gustav Priem schreibt in seiner Brochüre ״die Stadtbibliothek in Nürnberg" S. 16: ״Aber außer diesem Raub durch feindliche Schaaren (tote Franzosen im Jahre 1800—1) erlitt die Bibliothek auch in anderer Weise großen, unersetzlichen Verlust, durch wessen Schuld ist nicht ermittelt. Nicht nur, daß von den meisten der alten Handschriften und Drucke alle Beschläge und Verzierungen der Einbände abgerissen wurden, hat man sich auch an dem Inhalt der Pergamenthandschriften versündigt und dieselben durch Ausschneiden der Blätter theilweise schmählich zugerichtet." ") Die Messungen hat mein Freund Prof. Kaufmann in Pest vorgenommen, der mich auch sonst auf manche Einzelnheiten aufmerksam gemacht.

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