Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 11 (1884)
- Issue
- 1 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 113 (sequence 116)
- Language
- German
- Belongs to
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Jas Machsor Würnöerg von vr. Bernhardt Ziemlich, Rabbiner in Nürnberg. Zu den ältesten und kostbarsten Schätzen der hiesigen Stadtbibliothek gehört ein handschriftliches Machsor (Mss. cent. IV. 100). Dasselbe ist von christlichen Gelehrten bereits mehrfach, freilich nur in feindseligem Sinne, beschrieben worden. Wülfer, der in seinen Theriaca Judaica über die äußere Ausstattung und die Reichhaltigkeit dieses Machsor nicht Rühmliches genug zu sagen weiß *), excerpirt alle Stellen, die Zornausbrüche über erlittene Verfolgung nnd Schmach enthalten und denuncirt sie als Lästerungen des Christenthums, uneingedenk, daß jene unmenschlichen Verfolgungen die allerschlimmsten Lästerungen des Christenthums gewesen. Wülfers Anklagen gegen das Machsor führt Würfel*) in vielfach übertriebener Weise an, ohne wie Wülfer auch der darin enthaltenen Klagen über Ströme unschuldig vergossenen Blutes zu gedenken. Würfel hat nur ein Verdammungsurtheil über die Schmerzensrufe der synagogalen Dichtungen, nicht aber über den hunderttausendfachen Mord und Raub, der dieselben ausgepreßt. Was Würfel sonst über den Inhalt des Machsor mittheilt, ist völlig werthlos. Zunz äußert sich hierüber folgendermaßen: ״Würfel widmet ein נ) S. weiter S. H8. s) Historische Nachrichten von der Inden-Gemeinde Nürnberg S. 97—105.