Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 11 (1884)
- Issue
- 1 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 1 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Aas Leöen und Wirken des Patriarchen Kikek. Aus dem Nachlasse des Dr. Gabor Goiteiu. Keine Periode der so inhaltsreichen jüdischen Geschichte bedarf mehr der ordnenden Hand und der kritischen Sichtung des Forschers als die talmudische, die, bis in die Hasmonäerzeit hinaufreichend, einen Zeitraum von mehr als sechs Jahr- Hunderten ausfüllt.. Während die Zeit des ersten Tempels und die Epoche der Propheten in den geschichtlichen Büchern der Bibel von zuverlässigen, untrüglichen Berichterstattern dargestellt, die Geschichte des zweiten Tempels von des Flavins Josephus kundiger Hand verzeichnet ist; während die Periode der Geonim in der Person des vorletzten Gaon, R. Scherira (geb. 930, gest. 1000), ihren treuen, wenn auch etwas trockenen Chronisten gefunden hat, und die Blüthezeit der spanischen Periode von Zeitgenossen lichtvoll behandelt worden ist, blieb die talmudische Epoche bis auf die neueste Zeit herab in tiefes Dunkel gehüllt. Und doch ist diese Periode unstreitig eine klassische zu nennen, denn sie wirkte formgebend und gestaltend auf alle folgenden Jahr- Hunderte und bot das leuchtende Vorbild den kommenden Geschlechtern, wie das jüdische Volk, unbekümmert um Gunst oder Ungunst der Zeiten sich an dem ewigen Borne der Forschung und des Gesetzesstudiums gelabt hat. Die Geonim sind die unmittelbaren Schüler, und die Geisteshelden in Italien und Spanien die Erben der talmudischen Weisheit. Die Ursache der so merkwiirdigen Erscheinung, daß 1SS1 1. 1