Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 10 (1883)
- Issue
- 1 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 157)
- Language
- German
- Belongs to
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154 M. Lerner. läßt sich nicht ermitteln. Es ist aber nicht unwahrscheinlich, daß einer von diesen Gedenktagen das wunderbare Ereigniß feiert, welches Jos. a. O. erzählt. Das ganze Jahr hatte eine solche Dürre geherrscht, daß die Leute alle Hoffnung aufgaben, selbst wenn sie den Himmel bewölkt sahen. An dem Tage, an welchem Petronius dem versammelten Volke mittheilte, daß er Caligula milder zu stimmen suchen will, war gerade ein so heiteres Wetter, daß kein Zeichen auf Regen deutete. Und doch! Kaum hatte Petronius seine Rede beendigt, in der er den Juden versprach, für sie seine Stellung und sein Leben aufs Spiel zu setzen, so fiel gegen Aller Erwarten reichlicher Regen plötzlich herab. Dieses merkwürdige Ereigniß, das die Juden für ein Glück verheißendes Zeichen ansahen, daß Petrionius Fürbitte gewährt werden würde, verdiente wohl durch einen Gedenktag gefeiert zu werden, zumal da es mit der Hauptbegebenheit, die zur Sammlung der M. T. den Anstoß gegeben, in engstem Zusammenhänge stand. Man könnte freilich mit eben soviel Recht den Gedenktag Nr. 34: ״Am 20. dürstete das ganze Volk nach Regen und er stellte sich ein" mit der angeführten Erzählung des Josephus in Verbindung bringen, wenn dieser Annahme nicht j. Taanit HI, 60ä und das Scholion zur St. entgegenständen. Soviel dürfte aber als wahrscheinlich gelten, daß hiernach die Rede des Petronius an die Juden im Adar gehalten wurde. Somit erhalten wir ein Zeit- Moment, das für die chronologische Bestimmung der einzelnen Vorgänge in dieser Begebenheit nicht ohne Belang ist. Da nach dem Scholion S. 16b der Befehl Caligulas am 14. Tischri, die Nachricht von seinem Tode am 22. Schebat einlief, so mußte die ganze Begebenheit 1 Jahr, 4 Monate und 8 Tage gedauert haben. Diese Annahme würde mit dem Ausgleich übereinstimmeu, den Keim zur Lösung der Differenz machte, die zwischen Philo und Josephus obwaltet. Vgl. jedoch Graetz, Monatsschr. 1877 S. 97 ff. Sein Hauptargument aus Philo Legatio § 29 S. 105 kann die Frage keineswegs entscheiden, und seine nähere Präzi-