Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 10 (1883)
- Issue
- 1 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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Recensioiien, 31 auch der Grundcharakter unseres Targums, indem man es bald der Uebersetzungs-Literatur, bald den Kommentaren zur Bibel zuzählen zu müssen gemeint, bald auch in ihm ein bloßes Compendium der Halacha hat erblicken wollen. Vers, gelangt nun in der einleitenden Untersuchung, die die allgemeine Charakteristik unseres Targums enthält, zu der gewiß unanfechtbaren These, daß T. I. eine Uebersetzung und als Product des amoräisch - gaonäischeu Zeitalters talmudisch gefärbte Uebersetzung, nicht aber ein Kommentar, noch weniger ein Halachawerk sei. Nur hätte Vers, nicht die von ihm selbst gefundene, S. 28 erivähnte Benennung exegesirende Uebersetzung wieder fallen lassen sollen; kaum dürfte ein anderer Name zutreffender sein. Uebersetzung und Exegese verschmelzen hier wunderbar zur Einheit des Kunst- Werkes, wenn man so noch die nach heutigen Begriffen unstatthaste Verschmelzung von Uebersetzung und Erklärung nennen darf. Mag auch die Menge erläuternder Zusätze in dieser Uebersetzung so groß sein an Stellen, daß, um mit des Vers, eigenen Worten zu reden, die Version sich darin verliert, so büßt doch darum das Targum seinen Charakter als Uebersetzung nicht ein. Zum eigentlichen Gegenstand seiner Untersuchung übergehend, sucht Vr. G. all' die Fälle, in denen Jonathan die Halacha oder Agada zur Erklärung heranzieht und sie organisch mit der Uebersetzung verwebt, in ein wissenschaftlich geordnetes System zu bringen, und es ist ihm vielfach gelungen, in dem scheinbar Regellosen Regel und System aufzuweisen, wenn freilich auch die vielen Unterscheidüngen des Vers, hie und da an das allzu Subtile und darum schwer Glaubliche streifen. Gegenüber der ziemlich verbreiteten Annahme, daß Jonathan sich der Halacha mit sklavischer Treue angeschlossen, betont Vers, die Selbstständigkeit unseres Uebersetzers, der überall nur das exegetische Bedürfniß seiner Leser im Auge gehabt habe, und wo dieses es erheischte, noch über den Talmud in neuen, zum Theil sogar abweichenden Erklärungen hinausgegangen sei. Für all' dieses hat Vers. Beweise in Menge gebracht, wie S. 72 ff. die Uebersetzung zu dem Abschnitt über die reinen und unreinen Thiere (Levit. K. 11), S. 77 ff. zu dem Abschnitt über das Hütewesen (Exod. 22, 6—14), S. 79 ff. zu dem Abschnitt über Gelübde (Num. u. 30). Andere, wie Geiger, Urschrift u. s. tu.,