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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1882-01-01 · 1 (1882) · p. Seite 46

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
9 (1882)
Issue
1 (1882)
Date
1882-01-01
Page
Seite 46 (sequence 49)
Language
German
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46 D. Rosin Ebenso enthalten die in dem angegebenen Hefte mitgetheilten sieben Briefe eine Fülle belehrenden Inhalts. Doch ist es nicht diese Seite an den Briefen, was denselben die eigentliche Anziehungskraft verleiht. Sind doch die hier zuerst an S. D. Luzz att o mitgetheilten wissenschaftlichen Forschungen von Rappo - Port selbst später in theilweise erweiterter und vervollkommneter Weise in der Zeitschrift Kerem chemed, in seinem lexikalischen Erech millin und sonst veröffentlicht worden. Die älteste Darstellung, die hier zum ersten Male ans Licht tritt, hat also, wenn nicht ganz, so doch ihren! größeren Theile nach, eine nur historische Bedeutung. Das Hauptinteresse nimmt gerade der nichtwissenschaftliche Theil der Briefe in Anspruch, in denen das persönliche Leben und Wesen des Schreibenden unmittelbar, das des Adressaten wenigstens mittelbar sich kundgiebt. Zwei nach ihrer ganzen geistigen Anlage und Gemüthsart, nach Erziehung, Vaterland und Lebensanschaung, nach Stellung und Lage grundverschiedene Schriftsteller, deren Name und Ruf noch ganz der Gegenwart angehören, deren Verdienste um die jüdische Literatur allen Kundigen in dankbarer Erinnerung ist, sehen wir hier in den Jahren frischer Manneskraft, im Beginne ihrer zu großer Bedeutung bestimmten geistigen Laufbahn und Arbeit, einander näher treten, zuerst von gegenseitiger Liebe und Bewunderung zu einander mächtig angezogen, bald durch den schroffen Gegensatz ihrer beiderseits ausgeprägten Eigenart wieder abgestoßen und doch durch die gemeinsame Begeisterung für jüdische Lehre und Literatur unwiderstehlich an einander gekettet. Der Feuereifer Luzzat to's, der Nichts zurückhalten kann, fremde Jrrthümer scharfblickend erkennt und unduldsam verurtheilt, stößt auf die an Sentimentalität grenzende Milde und Sanftmuth Rappo- Port's, der die eigene Ansicht zwar ausdauernd verficht und gar gern festhält, dabei aber jedem Andern gern ein gleiches Recht gewähren will und sich zum Vertheidiger jedes hart und, wie er glaubt, ungerecht Angegriffenen berufen fühlt, auch wo er dessen Standpunkt keineswegs theilen mag. Gerade seine ruhige und besonnene Weise, die aber zugleich einen für L u z z a t t o verletzenden Ton überlegener Belehrung und Ermahnung ohne Absicht anschlägt, reizt L. zu neuem Widerspruche, und so bietet sich uns

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