Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 8 (1881)
- Issue
- 1 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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IC, Cohn ihre Lebenszeit eine kürzere gewesen wäre, die Welt bevölkert werden können, da ja zuerst nur ein männliches und ein Weibliches Wesen geschaffen war. Darum lebten sie lange Zeit, damit sie während ihres Daseins hundert Kinder oder 200 zeugen konnten und ebenso der Sohn und Enkel, so daß noch beim Leben des ersten Vaters die Zahl der Menschen 1000 erreichte. Das Lebensalter der zehn Geschlechter von Noa bis Abraham war 500, 400, 300 und 200 Jahre, weil (nach der Sündfluth) acht Personen übrig geblieben waren, Noa, seine drei Söhne und ihre vier Frauen, so daß diese Lebensdauer, wenn sie auch eine kürzere war, dem höhern Alter der früheren Geschlechter gleich kam, weil durch die vermehrte Personenzahl auch die Zahl der Nachkommen eine größere war, als früher. Es schieden diese Geschlechter nicht früher aus dem Leben, als bis von ihnen so viele Menschen entstammt waren, wie von den ersten Geschlechtern. Als dann aber nach dem Tode Abrahams die Menschen sich vermehrt hatten, wurde ihre Lebensdauer kürzer als 200 Jahre. Je größer die Zahl der Menschen wurde, desto größer ward auch die Menge der sie Ueberlebenden, so daß immer mehr die Welt bevölkert wurde, bis die Menschheit eine Zahl erreicht hatte, in deren annähernder Höhe Gott es für nothwcndig fand, sie lange Zeit zu belassen. Darum setzte er ihr Alter auf etwa 120 Jahre fest') und bestiminte dieses oder doch ein annähernd gleiches für alle Geschlechter. Auch Moses, dem Strahlen werfenden, 2) seinem Boten, gab er eine Lebensdauer von 120 Jahren und in dieser Zeit, in welcher die Zahl der Menschen die Höhe erreicht hatte, in der sie zu ihrem Wohle verbleiben sollte, offenbarte Gott seine Torah, ließ er leuchten sein himmlisches Feuer, gab er sein vollkommenes Gesetz und übte Zeichen und hervorragende Wunder. So nun verfuhr auch Gott — gelobt sei er — bei diesem vollen- 1) Cfr. Jbn Esra zu Gen. 6, 2, der mit bei!יש אומרים י wohl S. meint. Ramban (Gen. 5, 4) giebt als Grund für die immer kürzere Lebensdauer der Menschen die verminderte Vollkommenheit an. 2) אל מגיר. Dieses Epitheton scheint von S. absichtlich gebraucht wegen der rationalistischen Ansicht des von ihm bekämpften Zeitgenossen Ghiwi Albalchi, der daS strahlende Antlitz des Moses als eiue hornartige Bertrocknung der Gesichtshaut deutete cfr. Grätz Gesch. V, 321.