Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 7 (1880)
- Issue
- 1 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 151)
- Language
- German
- Belongs to
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148 Hoffman» Widerspruch mit der entschieden historischen Thatsache, daß die Israeliten Jahrhunderte lang in Aegypten sich aufgehalten, wo die Priesterkaste das höchste Ansehn genoß und großen Reichthum an Ländereien und verschiedenen Einkünften besaß (vgl. Gen. 47, 22; Herod. 2, 35; 37; Diodor 1, 73). Sie ist ferner genöthigt, die von verschiedenen Seiten bestätigte Nachricht, daß Moses, der Gesetzgeber und Führer Israels, dem priesterlichen Stamme Levi angehörte, für unhistorisch zu erklären. Sie muß endlich unbeachtet lassen den Umstand, daß jede neue Lehre und besonders eine Religionslehre, wie die israelitische, gerade in ihrer ersten Periode eines besondern Standes bedarf, der sich ihr ganz hingibt und Macht und Einfluß genug besitzt, dieselbe im ganzen Volke zur Geltung und Anerkennung zu bringen. — Für jene Annahme spricht weiter nichts, als daß nach der Besitzergreifung des Landes Kanaan die Priester eine Zeitlang vom Schauplatz der Geschichte verschwinden. Allein es ist ganz natürlich, daß in kriegerischen Zeiten Religion und Gesetz darniederliegen und gewaltige Kriegshelden allein das Scepter führen und ihre Namen der Nachwelt überliefern. Dennoch aber finden wir gegen Ende der Richterzeit, als eine geraunie Zeit Friede in Israel war, einen Priester 40 Jahre lang zugleich als Richter an der Spitze des Staates stehen (1. Sam. 4, 18); nach Einführung der Monarchie vollziehen die Priester die Salbung der Könige (1. Kön. 1, 39; 2. Kön. 11, 12); sie sind die Lehrer und Richter des Volkes (Hosea 5, 1: Jeremia 12, 8, vgl. Deut. 17, 9; 19, 17) und werden überhaupt als ein höherer Stand dem übrigen Volke gegenüber gestellt (Hosea 4, 9, Jesaja 24, 2, Jeremia 23, 34). — Angesichts dieser Thatsachen ist die Hypothese, daß derjenige Theil des Gesetzes, worin die Macht der Priester so imposant erscheint, erst nach dem Exile, also gewisserniaßen post festum, entstanden sei, von selbst gerichtet. Entschiedene Einsprache gegen diese Hypothese erhebt auch das bei der Ausstattung des Klerus vom PO. angcordnete Verhältniß zwischen Priestern und Leviten. Zur Zeit des Exils ist wahrscheinlich die Anzahl der Leviten nicht größer als die der Priester gewesen, wie dies Wellhausen selbst (S. 152 Anm.) zugibt. (Ja, bei der Rückkehr aus dem Exil unter Serubabel lind