Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 7 (1880)
- Issue
- 1 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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Jur .Eexicocjrupfiie des Talmud. I. In den verschiedensten Zeiten und von verschiedenen Seiten hat die Lexicographie des Talmud eine gründliche, mehr oder minder glückliche Behandlung erfahren. Gehen wir auf die alte Zeit zurück, so ist von bedeutenden Wörterbüchern nur eins auf uns gekommen, eins bis heute zur Herausgabe nach der einzigen Handschrift in Oxford, welche es enthält, nicht gelangt, und eins war nur handschriftlich bis zum löten Jahrhundert erhalten, ist aber seitdem verschwunden. Das Erste, berühmt nicht bloß als Unicum, sondern auch wegen seiner inneren Vorzüge, ist der Aruch von Natan b. Jechiel. Das Zweite, in arabischer Sprache und nur den Wortvorrath der Mischna umfassend, ist das arabisch geschriebene Wörterbuch zur Mischna von Tanchum Jeruschalmi, welches noch der Veröffentlichung entgegenharrt. Das Dritte von Zemach dem Gaon, aus dem lOten Jahrhundert, war von Abraham Zakuto, der es in seinem Juchasin anführt, noch gekannt, ist aber trotz innerer Güte und hohem, dem Leben der Talmudsprache nahen Alterthume verschwunden. Das Lexicon von Natan b. Jechiel, der Aruch, ist nicht ganz vollständig und später noch verstümmelt, woran auch die Censur ihren Antheil hat, auf uns gekommen. Der Aruch ist aber nicht bloß das erste gedruckt erschienene Lexicon zum Talmud in der Originalsprache, sondern auch das letzte; denn die späteren Arbeiten dieses Faches beschränken entweder ihre Gebiete oder ihre Erklärungen. Selbst nach dem Erscheinen Buxtorf's, welcher ihn ausgenommen, aber nicht verdrängt hat, blieb der Aruch noch der lexicographische Beherrscher des Talmudstudiums, ja sein Ansehen wuchs noch nach Buxtorf, als durch die werthvollen Zusätze des Benjamin Musafia (1655) dem Werke neue Vorzüge verliehen wurden. Wie kaum ein anderes Werk hatte der Aruch bald nach seiner Abfassung in Rom von dort aus eine Verbreitung nach den entferntesten Gegenden hin erlangt, und noch heute 4