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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 217

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
6 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 217 (sequence 220)
Language
German
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Die neueste Hypothese über den Priestereodex. 217 2) Darauf führte Gott die Israeliten in die Wüste, gab ihnen seine Gesetze und Rechte, die den Menschen zum Leben führen, und auch die Sabbate zum Zeichen, daß Gott sie geheiligt. Aber sie verwarfen alle göttlichen Gebote und auch die Sabbate entweihten sie, weil ihr Herz den Götzen anhing (כי אחרי גלוליהם לבם הולך V. 16). Da sollten sie in der Wüste sämmtlich vernichtet werden, aber um des göttlichen Namens willen wurden sie wieder verschont und nur damit bestraft, daß sie nicht selbst in das heilige Land kommen sollten (VV. 10—17). 3. Darauf befahl Gott ihren Kindern, sich nicht an den Götzen ihrer Väter zu verunreinigen (ובגלוליהם אל תטמאו V. 18), sondern vielmehr Gottes Gebote und Rechte zu beobachten und die Sabbäte zu heiligen. Aber auch die Kinder gehorchten nicht, verwarfen die göttlichen Gebote, entweihten die Sabbate und hingen den Götzen ihrer Väter an (ואחרי גלולי אבותם היו עיניהם V. 24). Wieder sollten sie vertilgt werden und wurden nur um des göttlichen Namens willen verschont; aber damals wurde das Exil über sie verhängt und die zum Leben führenden göttlichen Gesetze wurden durch ihre Verkehrtheit in das Gegentheil verwandelt, indem sie dem göttlichen Worte den verkehrten Sinn unterstellten, als forderte dasselbe, die erstgeborenen Kinder zu opfern.*) (VV. 18—26). 4) Dazu kommt noch der nach dem Einzuge in das heilige Land an allen Orten eingeführte Cultus auf den Höhen, wo die Opfer Gott zum Aergerniß und wo nicht Gottes Herrlichkeit erscheint (אבוא אליך Exod. 20, 24), sondern nur das Gott ent- *) Ueber die schwierigen Verse (Ez. 20. 25—26) vgl. Dünner in Grätz'S Monatsschrift 1369 S. 459 ff. Wir haben dieselben aus Grundlage des Gedankenganges Dünner's anders gejagt. Der Protest des Jeremia (7, 31: אשר (א צויתי) beweist, daß in jener Zeit die Anstcht verbreitet gewesen, die Thora gebiete das Opfern der erstgeborenen Kinder. Von Denjenigen, deren Augen den Götzen zugewandt sind, ist es ganz natürlich, daß fie stch die betressende» Stellen der Thora in diesem falschen Sinne auslegten, und so enthält die Thora für solche Anhänger des Götzendienstes ״Gesetze, die nicht gut, und Rechte, die nicht zum Leben führen." Nur für Gottergebene ist die Thora ein Baum des Lebens. Vgl. Joma 72>>: סיתת vv 1) חיים ז״א זגה נעשית ob זנח נעשית לו (dem Gerechten wird die Thora ein Lebensbalsam, dem Ungerechten aber wird sie zu einem tödtlichen Gifte.)

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