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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 85

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
6 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 85 (sequence 88)
Language
German
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Nabbi Jesaja Berlin. 85 Jesaja Berlin hat sich in diesen Schriften ein unvergängliches Denkmal gesetzt, seiner würdig, im Sinne jenes talmudischen Ausspruches: den frommen setze man keine äußeren Denkmäler, in ihren Lehren, in ihren Tugenden lebt die Erinnerung an sie ain schönsten und besten fort. (Jerusch. Schekalim c. II.) Dankbare Enkel des großen Mannes haben diese geistige Erinnerung an eine Stiftung für diese Pflanz- und Lehrstätte jüdischen Wiffens geknüpft, die unter dem Namen ״Jesaja Berlin'sche (Stiftung" dadurch, daß junge, aufstrebende Kräfte durch sie Aufmunterung und Förderung in ihren wissenschaftlichen Arbeiten erhalten, Segen verbreiten soll. Und ist nicht gerade diese Anstalt einer solchen Jesaja Berlin'schen Stiftung würdig? Wenn heute Jesaja Berlin in unser Lehrhaus träte, würde er nicht freudenvoll bekennen, daß hier, wenn auch unter Wahrung moderner Formen, das Thorastudium gepflegt wird, im Sinne unb im Geiste seines Lebens, seiner Auffassung, seiner Hingebung? Wenn er hören würde, wie die Jünger dieser Lehranstakt halachische Aufgaben lösen, indem sie die Resultate der Gesetzesforschung von der Primärquelle an, vom Talmud bis zum letzten bedeutenden Casuisten, näher entwickeln und begründen, wenn er sehen würde, wie Exegese, Geschichte und Sprachwissenschaft in den heiligen Dienst der Thora gestellt werden, würde er nicht darauf Hinweisen, daß er selbst dies Alles, allerdings mit gairz beschränkten Mitteln und unter ganz anderen Zeitverhältnissen, mit Liebe und Fleiß angebaut habe! Und wenn er näher in den Geist dieser Anstalt eindringen würde, daß hier Wissen und Glauben, Lehre und Leben nicht in Conflikt gerathen, Rabbiner und Schriftsteller in einer Person zwei verschieden denkende Seelen nicht in sich vereinigen — er würde ausrufen ns ״ אשב כי אויתיהJa, hier will ich weilen, denn so begehrte ich es!" Der Geist R. Jesaja's wird uns Allen in dieser Anstalt, den Lehrenden wie den Lernenden, stets gegenwärtig sein, mit seiner Gottesfurcht, seiner Liebe, seinem aufrichtigen, wahren Streben für das jüdische Wissen. Wird sie ja geleitet von einem Manne, in dem sich das Ideal, wie es sich R. Jesaja heute bilden würde, vollständig verwirklicht hat, von einem Manne, der schon

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