Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 6 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 77)
- Language
- German
- Belongs to
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- Isaiah 1× ep/1005097
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74 Berliner Sie hat unter ihr Porträt, das Sie hier sehen, die Worte gesetzt: זברון עדות למות יוסף (ein Andenken, ein Zeugniß für die Töchter Joseph's) mit der Mahnung an ihre Töchter (wörtlich): Faites du bien aux Pauvres Thuhet der Armuth guts womit sie sich selbst genügend gezeichnet hat. Auch die Inschrift, welche ihr Grabstein enthalten sollte, hat sie selbst verfaßt; sie verstand, wie ihre anderen Schwester,:, auch die hebräische Sprache.^) Wir schreiten nunmehr dazu, die literarische Thätigkeit Jesaja's näher darzustellen, wobei mir gestattet sein mag, einige Einzelheiten aus dem großen Geistesschatze, so weit er uns noch erhalten ist, hervvrzuhebeu, um, wie unsere Weisen sich ausdrücken ״die Lippen des im Grabe Schllnmnernden gleichsam beredt zu machen" (Sanhedriu 90 b). Es sei damit zugleich die Anregung gegeben, daß bei jedesmaliger Wiederkehr dieses Gedächtnißtages, alljährlich am 8. Jjar, Einzelnes aus den Werken Jesaja's hier vorgetragen werden möge. Jesaja versah fast jedes Werk, das ihm zu Händen kam, mit seinen Randbemerkungen, in denen er wenigstens auf die Primärquellen, aus welchen Dies oder Jenes geschöpft worden, oder auf Parallelen, besonders für abweichende Lesarten, hinwies. Er zeigte darin einen Fleiß, der überall verräth, daß er immer mit der Feder in der Hand das Buch studirte, die Concordantia für Schriftstellen zu Rathe z,l ziehen nicht inüde wurde, einen kritischen Blick, der sich auf das Minutiöste erstreckte, eine Aufmerksamkeit, eine Ausdauer, tvie sie selten zll finden sein dürfte. Ueberall am Rande, oben und unten, links und rechts, sieht man in den weiter noch zu erwähnenden Exemplaren aus seinem Besitze Noten von eigener Hand, auf die er im Texte mit gewissen Zeichen 25) hinweist. Hierbei bedient er sich einer knappen und doch hinlänglich klaren Schreibweise, führt Abkürzungen ein, von denen manche auch in der Folge anderweitige Aufnähme gefuilden. Er liebte es, im Musivstyl zll schreiben und man wird!licht selten überrascht, lvie er es verstand, in geistreicher Manier biblische und talmudische Phrasen hiefür zu ver-