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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 67

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
6 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 67 (sequence 70)
Language
German
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Rabbi Jesaja Berlin. 67 Gegen Ende des siebzehnten Jahrhunderts hat nämlich eine Vertreibung der Juden aus Eiseustadt und Umgegend stattgefunden, über die noch ein geschichtliches Dunkel schwebt, die aber mit der gleichzeitigen Vertreibrmg der Juden aus Wien in Verbindung steht. Sie wird durch mehrere Epitaphien auf dem hiesigen alten Friedhofe bezeugt, da in denselben neben den Namen noch ailgegeben ist, daß die Dahingeschiedenen ״von den Vertriebenen Eisenstadts" waren?) Die älteste bekannt gewordene Inschrift ist aus dein Jahre 1689; sie gehört dem Andenken einer aus Eisenstadt exilirten Siiilcha, Tochter des Märtyrers R. Jehuda?) Später, lvahrscheinlich nach erfolgter Aufhebung des Verbannungs- Dekrets mögen lnanche der Vertriebenen, welche im Lande geblieben waren, nach Eisenstadt wieder zurückgekehrt sein und diese mögen von ihren in Berlin ansäßig gewordenen Verwandten zur Uebersiedeluilg nach dieser Stadt veranlaßt worden sein. Zll ihnen gehörte mich die Faniilie Löb's, in der allch sein Bruder Wolf mit dem Beinaluen Berlin erwähnt wird (s. מיג׳ חרגימא S. 3 a). Vielleicht war aber auch der Vater, welcher Mordechai Mochiach alls Eisenstadt hieß?) schon früher nach Berlin gekommen. Denn nach einer aus dem hiesigen Mohelbuche entlehnten Notiz") wurde im Jahre 1716 einein Salomo, der ausdrücklich als Schwiegersohn eines Mordechai Mochiach bezeichnet wird, ein Sohn geboren, der den Namen Hirsch erhielt. Ich kann hierbei die Vermuthung nicht unterdrücken, daß dieser ״Mordechai Mochiach aus Eisenstadt" mit dem um dieselbe Zeit lebenden hoiilollhlnen ״Mordechai Mochiach aus Eiseustadt", von Grätz irr der Geschichte Band X. (S. 335 und Note 4) als sabbatianischer Wairderprediger gezeichnet, ganz ideiltisch sei. Auf seinen Reisen nach Deutschland kann er auch llach Berlin gekommen sein, wo bekaniltlich um jene Zeit der sabbatianischen Verirruilg durch Parteigänger ein fruchtbarer Boden geschaffen wurde. Die Fainilie Berlin zählte bedeutende Koryphäen talmudischer Gelehrsamkeit zu ihren Ahnen, so Jomtob Lipmalin Heller, den berühmten Corninentator der Mischna, und Meier Schiff/)

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