Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 6 (1879)
- Issue
- 1 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- Seite 66 (sequence 69)
- Language
- German
- Belongs to
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66 Berliner talmudische Gebiet, kann nicht nach den schriftlichen Denkmälern, die sie hinterlassen haben, allein beurtheilt werden. Man wird vielmehr ihren Werth viel höher setzen können, wenn nran auf die große Zahl der unmittelbaren Jünger hinblickt, für die sie in Lehre und Leben Muster und Vorbild geworden waren, und wenn man daran denkt, wie die knappen Hinweisungen und kurzen Fingerzeige in ihren Schriften Tausenden nach ihnen Anregung oder Unterstützung für weitere Forschungen gegeben haben. Erscheinen auch Erfolge dieser Art, weil nicht meßbar und nicht wägbar, gar Vielen ohne Werth, halten selbst Gelehrte von Fach sie für eine Erwähnung zu gering, — verschweigt doch Grätz in seiner Geschichte Band 11 den Namen Jesaja Berlin ganz — so bleibt doch diesen zwei Männern, glänzende Sterne am Himmel des jüdischen Schriftthums im Sinne jenes Allsspruches (Daniel 12, 3), die Unvergänglichkeit ihrer hochgefeierten Namen gesichert. Eine Darstellung von dem Leben und Wirken Elija Wilna's besitzt bereits die jüdische Literatlir; doch wird diese Biographie erst nach Benutzung der iiu Nachlasse des jüngst verstorbeneil Gelehrten S. Zuckermann in Mohilew befindlichen Autographa vervollständigt werden können. Vorzüglich wird man das Wahre vom Falschen, welches so häufig unter dem Namen des Gaoil kursirt, zu sondern im Stande sein. Dagegen ist der gegenwärtige Vortrag der erste Verslich, Jesaja Berlin in seinem Leben und seiner Lehre, so weit sich dies, oft in sehr mühsainer Weise und auf vielfach verschlungenem Wege ermitteln ließ. vorzuführen. Am heutigen Tage, an dem er vor 80 Jahren aus dieser Welt schied, wollen wir diese dankbare Erinnerung an ihn wachrufen, ihn! ein segensreiches Gedächtniß weihen lind uns ein belehreildes Beispiel gebeil. Jesaja Berlin ist um das Jahr 1719*) in Eisenstadtgeboren, kam aber lloch als zartes Killd mit seinem Vater Lob oder Leibusch nach Berlin, von lvelcher Stadt Letzterer den Beinamen ״Berlin" oder ״alis Berlin" führte. Diese Ucbersiedelling scheint mit den Folgen eines geschichtlichen Ereignisses aus einer etwas frühern Zeit zusammeilzuhängeii.