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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 55

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
6 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 55 (sequence 58)
Language
German
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Leffmann Berens Intervention. 55 ein in Frankfurt wohnhafter unruhiger Mensch neulich ein Buch unter dem Titel: Entdeckung der in jüdischen Büchern contra christiano« enthaltenen Geheimnisse rc. ohne Zweifel in der verwerflichen Absicht in Druck gegeben habe, die unlängst im Frankfurter Kreise durch allerlei lüderliches Gesindel bewirkte Juden- Verfolgung von Neuem anzuregen und zu veranlassen, daß die Juden im Reich gleichsam als vogelfrei behandelt werden möchten. Da dies aber der Absicht des Kaisers und aller Fürsten und Reichsstände, welche in ihren Ländern Juden dulden und sie mit Schutzbriefen versehen, zuwider ist und auch unter dem Scheine, die Juden wie gemeldet zu behandeln, viele andere Räubereien und Plünderungen unternommen werden könnten und dadurch viel Unheil entstehen möchte, so habe die Judenschaft den Kaiser nach Inhalt des beifolgenden Memoriale ersucht, dem vorzubeugen und ergehe hiermit seine und der gesammten Judenschaft im Reiche flehendliche Bitte an den Churfürsten, seinem außerordentlichen Gesandten in Wien, Herrn v. Oberg, aufzutragen, diese Angelegenheit zu dem in dem erwähnten Memortale abzielenden Ende am kaiserlichen Hofe kräftigst zu unterstützen rmd dem Kaiser zu gnädigstem Beschlüsse zu empfehlen. Dieser Bitte entsprach der Churfürst, indem er am 27. December dem Geheimen und Kammerherrn v. Oberg in Wien unter Beilegung der Copien der beiden gedachten Supplicationen auftrug (siehe Beilage IV.), es nicht daran fehlen zu lassen, solchen Dienstleistungen, um welche Leffinann Berens gebeten hätte, sobald er Gelegenheit dazu fände, wie er es am besten und diensamsten halte, zu entsprechen. Bei dem großen Einflüsse, den der Churfürst schon wegen seiner verwandtschaftlichen Beziehungen zu dem Kaiser auf denselben hatte, ist kaum 31t zweifeln, daß auch die Bemühungen des churfürstlichen Gesandten dazu beigetragen haben mögen, die schon vorher von dem Kaiser befohlene Beschlagnahme des Buches trotz der gemachten Gegenanstrengungen der Freunde Eisenmenger's aufrecht zu erhalten.

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