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Magazin für die Wissenschaft des Judenthums · 1879-01-01 · 1 (1879) · p. Seite 54

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Journal
Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
Volume
6 (1879)
Issue
1 (1879)
Date
1879-01-01
Page
Seite 54 (sequence 57)
Language
German
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54 Wiener Vorgesetzte Druckerlaubnis; nirgends zum Drucke gebracht werden dürfen. Wenn nun aber die Gemüther des genreinen Mannes noch immer gegen die Juden eingenommen sind und die Verbitterung gegen sie sich auch wirklich von Neuem hin und wieder verspüren lasse, so könnte durch jenes Buch, selbst wenn die Absicht seines Verfassers nicht auf eine größere Aufreizung gerichtet wäre, dennoch leicht ein allgemeiner Aufstand veranlaßt werden, wodurch dann nicht nur eine allgemeine Judenverfolgung, sondern auch andere höchst gefährliche Streiche durch den einmal in Waffen befindlichen Pöbel entstehen und das Reich wie die allgemeine Ruhe in nicht geringe Verwirrung gesetzt werden könnte, wenn solchem Unheil nicht bei Zeiten nachdrücklich vorgebeugt würde. Er bitte demnach den Kaiser flehendlichst, zur Abwendung des drohenden Unglücks kräftige Vorsorge zu treffen und zu dem Ende sowohl durch ein an geeigneten Ortschaften im Reiche zu publicirendes General-Patent allen Obrigkeiten und besonders der Stadt Frankfurt durch ein Rescript anzubefehlen, daß nicht allein der Verkauf und die Verbreitung jenes Buches bei großer Strafe verhindert, sondern auch alle Exemplare, wo solche anzutreffen sein möchten, confiscirt und an den kaiserlichen Reichshofrath eingeschickt werden, wie auch daß, wo diesem Verbote zuwider dennoch das Buch etwa heimlich verbreitet werden möchte, eine solche Verbreitung gehörig untersucht und zur Strafe gezogen werden solle. Da dies sowohl zur Handhabung von Friede und Ruhe wie insbesondere den Juden zur Sicherheit und zum Schutze gegen Besorgniß vor Gewalt gereichen würde, so getröste er sich der allergnädigsten Erhörung von Seiten des Kaisers. Eine Abschrift dieses Bittgesuches hatte Samson Wertheimber an den mit ihm verschwägerten Hof- und Kammeragenten Leffniann Berens in Hannover gesandt, der dieselbe am 25. December 1700 dem Churfürsten Georg Ludtuig nebst einem Schreiben (siehe Beilage III.) überreichte, in welchem er seinen Landesfürsten um Entschuldigung bat, wenn er in einer für ihn wie für die gesammte Judenschaft im Reiche sehr wichtigen Angelegenheit zu ihm seine Zuflucht nehme und ihm vortrage, wie

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