Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 4 (1877)
- Issue
- 1 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 82)
- Language
- German
- Belongs to
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80 Kohn dageschirt sind, jedesmal das Raphe. Die Namen der einzelnen Bücher, oder die Anfangsworte derselben sind zumeist mit säubern Federzeichnungen verziert. Der Schreiber, Berachjah, nennt sich zweimal, Bl. 30a am Schlüsse der Raschi-Columne: חזק ברכיה הסופר und am Schlüsse des Targum zu Exod. חזק ונתחזק ברכיה. Das Alter des Cod. läßt sich nicht genau bestimmen, doch dürste er spätestens dem vierzehnten Jahrhundert angehören, und von einem der Berachjah herrühren, die uns aus dieser Zeit als deutsche Sopherim bekannt sind 1). Der Umstand, daß die Formel חזק ונתחזק den schon gegen Ende des dreizehnten Jahrhunderts üblich gewordenen2) Zusatz הסופר לא ׳וזק und die bekannten Reime, die darauf zu folgen pflegen, noch nicht hat, dürfte vielleicht auf eine noch frühere Zeit hindeuten. Nach dem Charakter der Schrift, besonders aber der Raschischrift zu urtheilen, ist der Cod. in Deutschland geschrieben worden und zwar, wie sich aus der später zu besprechenden Anordnung der Haphtaroth ergibt, genauer in oder bei Frankfurt a. M. Später ist er nach Krakau gekommen, wo ihn der dortige Gemeindesopher durch Anmerkungen, die theils im Texte, theils am Rande angebracht sind, zu einem Mustercodex für Abschreiber von Thorarollen umgestaltet hat. Die letzte dieser Anm. am Schlüsse des Pentateuch lautet nämlich: יס״ס באמצע'השיטה ובסוף הדף, נא׳ הק׳ שלמה מלויצק ספרא ונאמן דק״ק קראק׳ יצמ״ש (---- ישמרהו צורו מאה שנים); auch die nachträglich angebrachte Paginirung und die an der Spitze jeder Seite stehende Bezeichnung der Abschnitte, resp. Bücher zeigen eine polnische, aber recht ungeübte Hand. Auf der ersten S. des Cod. steht in halbverwischter deutscher Cursivschrift: נטלתי לחלקי ירושה עבור עשרים אדומים מנחם מענדיל אופנהייסת״ד (1643) לפ׳יק. In der einzigen im Cod. noch vorhandenen Privatnotiz, am Ende v. Deuter., berichtet ein gewisser Isaak b. Jacob, daß sein, am Donnerstag, l) Schreiber dieses Namens gab es mehrere, so einen Berechjah b. Berechjah im I. 1324 (Zunz, z. Gesch. S. 209) und den, mit diesem vielleicht identischen, Berachjah, der den ebenfalls aus dem vierzehnten Jahrh. stammenden P a r ch o n der Wiener Hofbiblioth. geschrieben hat (S. K r a f f t und Deutsch a. a. O. S. 118). 9) S. Zunz, z. Gesch. S. 207.