Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Journal
- Magazin für die Wissenschaft des Judenthums
- Volume
- 3 (1876)
- Issue
- 1 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
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Steinschneider: Catalog. 55 in Commission der Palm'schen Hofbuchhandlung. — XII 226 S., gr. 8«. 9 Mark. Sitzungsberichte der K. Bayrischen Akademie der Wissenschäften. Philosophisch-philologische Classe. Sitzung v. 3 Juli 1875, S. 169—206: ״Die hebräischen Handschriften der K. Hof- und Staatsbibliothek in München. Ein Beitrag zur Geschichte dieser Bibliothek von M. Steinschneider in Berlin." Herzog Albert V. v. Bayern (1550—1579), dem die Münchener Bibliothek ihre Entstehung verdankt, legte zugleich den Grundstein zu der Sammlung der hebräischen Handschriften, indem er erstens die Codices des Joh. Alb. Widmanstad (gegen 125, außer den arabischen) erwarb, zweitens durch etwa ein Dutzend (meist unwissender) Schreiber, während der Jahre 1548—1552 vor nämlich in Venedig eine große Anzahl von Werken copiren ließ, die über fünfzig starke Sammelbände füllen. Drei Jahrhunderte hindurch fanden nur unbedeutende Erwerbungen statt: im Jahre 1858 wurde die Bibliothek des berühmten Pariser Orientalisten Et. Quatremsre angekauft, welche u. A. auch 37 hebr. Manuscripte enthielt. — Der Convertit Paulus Aemilius (s. Ber. d. Ak. S. 185) war der erste officielle Beschreiber der hebräischen Codices. Im Jahre 1574 arbeitete er 46 Wochen in der herzoglichen ״Liberei", erfüllte aber nur einen kleinen Theil seiner Aufgabe: sein Manuscript ist noch erhalten (Cod. 38, jetzt 6od. bav. Cat. 36m). Diese Arbeit ist gleich den beiden andern alten (Nr. 36 und 37) und einigen neueren Catalogen (39a, 39b, 39m, 410, 41k) voll von Jrrrthümern. Da alle diese Beschreibungen ungedruckt blieben, hat Lilienthal's Verzeichniß (Allg. Ztg. des Judenthums 1838, 1839), in welchem den Fehlern der Vorgänger neue hinzugefügt werden, wenigstens das Verdienst gehabt, daß es die Aufmerksamkeit der Forscher auf die bis dahin so gut wie unbekannte Bibliothek*) *) Bon der sogar der große Bibliograph Jo. Ehrist. Wolf fast nichts wußte (s. Bibl. Hebr. I p 1081). Hatte er doch nicht einmal Kenntniß von den Münchener B^bclhaudschristcn, vgl. B. H. II, 293. N, 79.