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Central-Verein-Zeitung · 1928-04-01 · Heft 4 (April 1928) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1928
Issue
Heft 4 (April 1928)
Date
1928-04-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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3ö UHivcu, zur Eesnilnng cinrs an \)u!)cv 3U'Uo gehegten Wunsches bei- . . Jetzt aber gelangte die Posse in ein neues Siadinm. An Stelle eines crs-ihrenen, genialen Mannes traten 5,9 .wohlhabende ,s3crvcnv die noch nicht einmal organisatorisch znsammcngcsastt Ware». Diese Besitzer der Majorität schtossen sich zn einem Verein ,Deutscher Verlags- Verein', Sitz Diisseldors, zusammen, der durch (erlas; des Ministers des Innern und des Ansti,(Ministers vom 1. Mai 1014 die Rechtsfähigkeit erhielt. Ter satznngsge»»äs;e Zweck des Vereins war: »Erwerb und Verwaltung von Stammanteilcn, Vorzngsantcilc» und Gcnnszscheinen der 'August Scherl G. m. l>. H. zu Berlin'." (S, biss.) Die geheimnisvolle KontroHinstanz für Industriegelder. „?((§ H n g e n b e r g tut 3Tt',;t'iii(H'v I»I2 2'>o> sitzender des Bergba»ticl,en Vereins geworden war, dem alle grasten Werte des Vnstrgebiets nngetzvre» nnd der seit Träger ihrer Solidarität ist, begann er die leitenden Persöiilichleite» darauf Iiinzinveisen, bnf; sie jährlich bedeutende Sninme» zerstießen lasse», ohne zu lvissen, ivas dmnit geschehe, H » g r » b e r g schlug eine sehr einfache Organisation vor, in» diesem Vinngel abznhelsen, Jede Bitte um einen großen Geldbetrag sei seinem Bureau schristlich oder telephonisch zn melden, Er lverdo Auskünfte ernholcn, um die Sache zn kontrollieren, Leicht war die Arbeit durch einen Sekretär zu bewältigen, und bald fühlten die routinierten »nd gut empfohlenen Sammler, das; gehciinnisvvll irgendeine kontrollierende Instanz errichtet worden sei. Und diese Instanz, das war die Hauptsache, befand sich in Händen eines Mannes von Hngenbergs Eigenart," (S, 54.) Das Scherl-Unternehmen einst und jetzt. Um eine Vorstellung davon zn geben, welchen Umfang das Scherl- Unteriiehineu schon damals halle, erinnere ich daran, daß der Verlag folgende Zeitungen nnd Zeilschristcn drnckie nnd vertrieb: „Berliner Lokal-Anzeiger", in 24(500 Exemplaren gedruckt, — „Ter Montag", in 232 200 Exemplaren gedruckt, — „Die Woche", in 256 250 Exemplaren gedruckt, — „Der Tag", — „Täglicher Vcrgnngungsanzeiger nnd Fremdenführer". — „Die Gartenlaube", — „Tie weite Welt". — „Vvnr Fels zinn Meer". — Tie Wochenschriften .Praktischer Wegweiser" nnd „Allgemeiner Wegweiser", — „Internationale Woclzenschrist für Wissenschast, Kunst und Technik", — „Berliner Wohnungs-Register", — „Export - Trade", — „Sport im Wort". — Fast alle diese Zeitschriften gehörten zn den verbreitetsten ihrer Art, ferner gehörten der August Scherl G, m, b, H. Buchverlage, insbesondere die Mehrheit der August Scherl, Deutsche Adreßbuch G, m, b, H,, welche die Adreßbücher von Berlin. Breslau, Frankfurt a, Main, Halle a. d, S„ Leipzig, Magdeburg, Stettin, lzeransgab. — Tie Bibliothek August Scherl G. m. b, H. , , Nachdem die August Scherl G. m. b. .H. dann von Hilgenberg saniert worden war, wurde das Untornehinen unter der Leitung des Generaldirektors Ludwig Kl ist sch (seit 1. Januar 1920) erheblich ausgedehnt. 3» der Reihe der bereits bestehenden Zeitungen, Zeitschriften nnd anderen Publikationen, kamen vor allem Erportzcitschriftcn, für welche die Anslandsverlag G, in. b, H, unter der Leitung Ludwig Klihschs begründet Ivnrde: „Die Exportwoche", „Das Echo", ferner eine „Revue des Exports und- Imports", die in siinf verfchUdencn Ausgaben (englisch, spanisch portugiesisch italienisch und französisch) erscheint. Die Zahl der Fachblättcr wurde verinehrt dnrch: „Das Grundeigentum", Organ dcS Bundes Berliner Haus- »nd Grundbesitzer; „Kineniatograph"; eine für den Massenvertrieb organisierte illustrierte Monatsschrift: „Scherls Magazin" »nd eine 'Art Bonlevnrdblait, die illustrierte Abendzeitung „Berliner Nachtausgabe", kamen d<rzu, Tie Reihe der Ad-rcsMcher wurde ausgedehnt. Große Industrie- und Handelsadrcschücher, Kursbücher wurden hcrnnsgegebcn, der Buchverlag erheblich erweitert. Und dieser Expansion ensprechend wuchsen die Gebäude, Druckereien, Vetriebsorganisationen, Einflussnahme auf die Provinzpresse. „Als die Provinzzeitnngen in Massen znsanunenbrachen, ivnrden sie tcils dnrch Vvrdringende großstädtische Zeitungen ersetzt, teils gerieten sie in eine vollständige Abhängigkeit vonanderen großstädtischen Faktoren (Banken, Lieferanten)." „Es enlsprach den Anschauungen, in denen Hugenberg und seine Freunde lebten, hier mit allen zur Verfügung stehenden Misteln einzugreisen. Hugenberg beuntzie als Werkzeug znnäciist ein llntcrnchinen, das während des Krieges gegründet, aber nicht recht in Aktion gctreleu ivar: .Vera Verlagsaustnlt E). m. b. H.' in Berlin . . , Unter der Firma .Mutnum Tnrlehiis - Aktiengesellschaft' wurde nur 23, Oktober 1922 eine Bank begründet, die sich speziell damit besaßt, an Zeitungen Kredit zn geben »nd sich an Zeitungen finanziell zn beteiligen. Die Zcitungsbank wurde mit der Vera durch Personalunion und dnrch Vertrag eng verbunden , , , Heute sind Vera rcsp. Mutnum an 14 zum Teil bedentcuden Zcitimgeu in München, Stuttgart, Tarinstndt, Elberscld, 'Magdeburg, Halle und in kleineren Städten beteiligt und besitzen von einigen dieser Zeitungen die Majorität der Anteile, — Vera nnd Mulimm selbst befinden sich mit der überwiegenden Majorität ihrer Anteile, resp. Aktien, in, Besitze der Dachgesellschaft brS Hugenberg-Konzerns, .... So ivnrde am 6, September 1022 die, .Wirtschaftsstelle der Provinzpresse (Wipro)' in Berlin gegründet, die eine gedruckte Korrespondenz und eine Maternkorrcspondenz herauSgibt. Einige Jahre spater ivurde noch eine zweite Maternkorrespvndeuz erworben. So besaß der Hugcnberg - Konzern neben dein hauptstädtischen Zeilniigsvcrlag und den, Anuonecnbureau der ,Ala' A.-G. jetzt in der Vera, der Mntnuin und den beiden Matcrukorrespoiidenzen wirksame Mittel ans dem Gebiete der Provinzpresse." Die Bedeutung der Provinzpresse. „Ticse Ergänzung des Hugenberg-Konzerns war von Wichtigkeit, da der Provinzpresse in Tentschlnnd cine ivert größere BcdentungWkommt als in anderen Ländern, Die ausfallend geringe Anslagezisfer der großen Berliner Zeitungen, vergliche» mit den Auflagczisscrn der Pariser »nd Londoner Zeitungen, erklärt sich daraus, das; die Provinzprcsse sich in Deutschland dnrchgesetzt und behauptet hat. In Frankreich gibt cs viele Orw von 8000—10 OOO Eimvohuern, in denen überhaupt keine Zeitung erscheint, In Deutschland wäre das ganz undenkbar. , . . Besonders den Zcitungei, der kleinsten Städte m;d Orte ist heute die Maternkorrespondenz säst unentbehrlich geivorden. Dort ist der Verleger immer gleichzeitig Drucker und Redakiciir und der Faktor besorgt alles übrige. Dieses „klebrige" besteht im wesentlichen nur in dem Znsammeniragen und Setzen von — saacn wir — Stadtklatsch nnd in Mitteilungen und Bemerkungen über alltägliche Erscheinnngen. Die Leitartikel hingegen, die Nachrichten und Kommentare über politische Ereignisse, die landwirtschastlichen Aufsätze, die Plaudereien, die Unterhaltnngsnotizen, die Romane, das Feuilleton, die Sportberichte »sw., die bo» de» Berliner Maternkorrcspondeuzen teils in Bcrlinsclbst, tcils in einigen Hauptstädten der Provinzen gesetzt und gemalert werden, üben eine entscheidende Wirkung ans das aus, was man „die öffentliche Meinung ans dem Lande" nennt." (S, 83.) Die T. U. Ter Aufkauf der „Dainmert Verlag G. m. b, H," dnrch Hilgenberg ermöglichte, fast den ganzen, gut cingearbcitetcn Mitarbciterstab Dnmmerts zn gewinnen nnd der „Telegraphen-Union" durch Ausnahme dieses KorresPondenzdieirsteS einen Vorsprung vor Wolsfs Telegraphenburcau zu geben. — Daran schloß sich zunächst der Ausbau eines innerdeutschen Nachrichtendienstes, insbesondere -einer Parlaments- und Kongrehberichtorstattung dnrch den Ankauf des bekannten parlamentarischen Burcausvon Bäckler und Gntiuann nnd mehrerer parlamentarischer KorvesPondcnzbureauS in Süddentschland. — Mit Rücksicht ans die wirtschaftlichen Interessen wurde seit dem Soinmer 1921 ein speziellen Dienst für wirtschaftliche Nachrichten anfgebaut: „Deutscher Handelsdienst" (D. H. D.) in Berlin mit einem in Essen erscheinenden Sonderdienst, dem ^Westdeutschen HandelSdienst" (W. H. D.). Das; die Telegraphen-Union ivegcn ihrer engen Beziehungen zu den industriellen Kreisen den HandelSdienst in überlegener Weise mit Nachrichten versorgen konnte, ist begreiflich. Wesentlich dieser Heberlcgcnhcit hat es die Telegraphen-Union zu verdanken, daß die staatlichen Behörden ihren Widerstand gegen die Lieferung amtlicher Nachrichten a» die Tclegraphen-Unioii faktisch ansgaben. Einen großen Fortschritt gerade in dieser Richtung brachte das Jahr 1924: Der amtliche Widerstand gegen die Erteilung einer Rllndfunkkonzession winde iiberwimden, so das; dicS wichtige Nachrichtemntttel' unter gleichen Bedingungen und zur gleichen Zeit der T, 1t. wie dem offiziöse» W, T, B. zur Verfügung stand,') . . . In, Deutschland und dem übrigen deutschen Sprachgebiet beziehen gegenwärtig eiiua 1,600 Zeitungen den Nachrichtendienst der T, 1!„ womit natürlich nicht gesagt ist, daß 1600 deutsche Zeitungen von Hugenberg „direkt oder indirekt abhängig seien", den» diese 1600 Zeitungen erhalten auch die Nachrichten des W. T, B. Die zwölf Männer. „Tie im Jahre 1919 gegründete Mir tscha stSvereinigung°, d, h, ein Verein, welcher de» Hngenberg-Trust durch seine direkte» und indirekten Beteiligungen beherrscht, hat eine im Jahre 1916, gebildete Gruppe von vier Personen, nnd deren Arbeitsergebnis in sich ausgenommen. Den sich au.S dieser Uebernahme ergebenden Ausgaben hat sich die Mirtschastsvereinigung^ durch, einen im Jahre 1921 erfolgten Ansbaw ihrer Satzung augepaßt ..." „Die Vereinigung der zwölf Männer ist aber keineswegs als ein kollegiales Verwaltungsorgan gedacht. Im Gegenteil herrscht NebereinstimmnnK, das; nur ein einzelner fähig sei» kann, ein solches Unter nehmen zu leiten. Klarheit, des Zieles, absolute Diskretion in der Vorbereitung, Schnelltg? keit des Entschlusses, unbeirrbare Festigkeit in der Durchsiihrnng, Vermeidung zedev innere» Reibung, aber auch. Widerstandsfähigkeit gegen innere Ströinunge» nnd Bestrebungen — das alles kann in vollkommener Weise nm eine einzelne Persönlichkeit gewährleiste«. Die Leitun» durch einen hervorragend geeigneter» Man» ist daher nach 'Ansicht des Zwölf-Mänrrer-KoUeginms di« ideale Lösung» und es besieht ilebereinstimuinng, das; .Hugenberg ein solcher Mann sei." (S. 101.) ') Die Rttiidsaiikkoiizcssioa van 192-1 geftatict den beide» große» Nachrichieu» burcaus, die Licscraug um Nachrichten, an Iellungen dmch den Rnniisunk. ■■. . Rmidfunknach, ichten ait Donicii- :

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