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Central-Verein-Zeitung · 1928-02-01 · Heft 2 (Februar 1928) · page 8

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1928
Issue
Heft 2 (Februar 1928)
Date
1928-02-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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16 IkiIh’h bann den Tiamon Na Pa Port nb^fjt icift ur.b nannten sich alleinig Coljcn (Niitteitmig dcß Herrn Professors Tr. Cohen. Aiümhen). Diese familiengrschichtliche sttotiz sei als Beispiel hier cingcsügt. um auch den engen persönliche» Zusammen. Hang des b n y c r i (ch tn I » de » l » m s iui|cm Sage mit fern vergangene n Zeilen z» dokumentieren. Gleich zeitig ist d.imil daraus Iringervicie», wie damals Orle, die heule fern den Zentren des Lcveii-estellen, von groster Bedeulmig für die jüdische Culivicklung waren. Dafür zeug! euch Bechhofen. das in seiner von lL I i e s e r Lus; »> a » n . Sohn des Salomvir K a i,: aus B r odv , reich ansgeiiralte» Svnagvgc ein eigenartiges Selimneltösietien la'sihl. Die vom glerelien Künstler an?» gestalteten lleiiiercu Hvlzspuagvgc» in Kirchh ei irr (hcnlc inr Würzburger Luitpold-Museum) und Horb a. M. (seht inr Vam- Abb. 1. Thoravorhanj, Augsburg 1751. >V«U, ttv Abb.4. Grabstein des Babbi Isaak Seckel, errichtet 1763. berger Musern») beweisen, rvie Kunstsinn auch in kleinsten Gemeinden zu Hause rvar. . ' 1 'J(acl) der dlnSweisung der Juden ans Augsburg siedelten sich die trlertriebeiieu irr den nerhegelegenen bischöflichen Dörsarn Pfersee, Kriegs Haber und St epp ach au. Dort eiltrvielclien sic sieh im 17. Jahrhundert bald, so das; nicht nur die oben erwähnten Knnstgegcnstände zum Schmucke dcö Gotteshauses gewidmet werde» kvnirlcir, sondern auch die geistige Entwicklung einen regen Aufschwung nahm. Als Haupt der Jeschibah uird Landesrabbiner machte sich Isaak Seckel, der Sohn des Menache in E t (t) Hausen in der ersten Hülste deS 18. Jahrhunderts einen Namen. Die »ach seinem am 16. August 1763 crngetrctcnen Tode von seinem Sohne in Karlsruhe im Jahre 1765 herausgegebcncu Werke „0r uo 'olum" und „Ur Io be-Zijon“ finben auch aus seinem Grabstein im Kriegshaberer Friedhof Erwähnung. Das künstlerisch gestaltete Grabmal Wb. 4 nebenstehend) ist eines der Zierden des vom samilieugcschichtlichen Standpunkt hochinteressanten Gräberfeldes, das die Denksteine vieler Mitglieder der in Pfersee ansässig gewesenen Familie lllmo, auch den des W o l s S i m o n W c r t h e i m e r, des ersten Sohnes des berühmten Wiener Hossaktors, die der Familie Obermayer und andere enthält. Reben Kriegs ha ber-Pser rs ee war Jchenha u fen., daS «..schwäbische Jerusalem", mir durch die jüdische Siedlung zu Bedeutung gelangt. Ebenso kann von vielen heute im .Niedergang befiirdlicl)en jüdischen Gemeinden gesagt werden, das; ihre Blüte den W o h l st a n b c> u ch der n i ch t j ü d i s ch e n Bewohner bedeutete. So möge» jedem Betrachter beim Anblick des prächtigen ShiiagogeiibaueS von Altenstädt- Jllereiche n, der, seiner Stattlichkeit nach zu schlichen, bei seiner Erbauung im Jahre 1862 einer zahlreichen Gemeinde zu dienen hatte, recht betrübliche Gedanken über die zahlenmästige Entwicklung der bayerischen, der deutschen Judenheit überkommen. Hat zuletzt der kurze Streifzug durch Geschichte und kulturelle Entwicklung der bayerischen Jude» sorgenvolle ^Gedanken - über den weiteren Bestand de8 GemeinschastSlebcirS in unS geweckt, so wollen wir dem die Erkenntnis entgegensetzen, das; Stärkung des jüdische» Selbstbewusstseins, daß Rückkehr zu den tiefste,r Quellen des Judentums diese Entwicklung nmbregcn kann zur Steigerung unserer Kräfte und damit zur Wiedererweckung jüdischen Lebens. Der Km»»! der schlesischen Mm um ihre Seimat. Gestützt aus ein reiches, zum Teil neu erschlossenes Material behandelt Dr. Ra bi» (Breslau)') die Geschichte der Juden im gesamten Schlesien während des 17. Jahrhunderts. Es ist eine von heihcn Elaubcnskämpsen dürchtobte, von sinstcrem Aberglauben, grausamer. Unduldsamkeit und Bersolgungssucht ersüüte Zeit. Aber den rücklvärtsschaiienden Betrachter versöhnt der Gedanke, bah diese Lpser unserer Baker wenigstens nicht nutzlos gewesen sind. Hätten sie damals dem ungeheuren aus ihnen lastende» Drnck nachgegeben und sich aus den letzten ihnen gebUebenci, Zusluchtsstatten Zülz und Elogau verdrängen lassen, „so rväre den Juden der Weg nach Schlesien auch für spätere Jahrhunderte versperrt geblichen". Man verschliesst sich auch in jenen Tagen durchaus nicht der Einsicht, dag man in Schlesien für den Handel mit dem slawischen Osten die Juden benötigt; und besonders die Vv» Böhmen >i»d Polen, „die ein g»t Geld ins Land bringen", weih auch die sonst judenseindliche Kausmannschasl von Breslau z» schätzen. Aber religöse Unduldsamkeit und Krämerneid gönnen den Juden nicht, gesichert im Lande zu wohnen. Nur »och ans offenen Jahrmärkten sollen sie ihr Gewerbe treiben dürfen, im übrigen aber „fv!t die ganze Judischheit, Manns- und WeibSpersviie»", im Jahre 1557 i» dcs Kaisers Erblanden und 1582 auch in Schlesien „abgeschasst" werden. — In Schlesien bleiben nur die Gemeinden Zütz und Elogau von diesem Schicksal bewahrt. „Wir sind in Zütz 200 Jahr geduldet", klage» die Juden in einer Bittschrist gegen Ende des 18. Jahrhunderts, „und jetzt svNen wir unsere Häuser abschassen ... und dann die Sladi verlassen; wir bitten um iveitcre Duldung." Ihr Sachwalter, der rechtschaffene Freiherr v. P r o s k o w s k i, Grundherr von Zülz, macht sich die Argument der violhundertjährtgen Ansässigkeit der Juden im Lande bei der Verteidigung ihrer Rechte zu eigen: und selbst eine kaiserliche Instruktion.weist das Drängen der Fürsten und Stände auf völlige Austreibung der Jude» zurück, „weil st) (die Juden in Zülz) von uiwordeiiklichcn Zeiten daselbst gewohnt" haben. Was so aus dem Wege der Verordnung nicht erreicht inerten kann, sollen nunmehr unerhört drückende Sondersteuern zustande bringen, die den Juden anserlegt tverdcri. Und tatsächlich wissen, durch die Kriegsläusie mit ihren häufigen Brandschatzungen verelendet, viele „von der armen Juden Eemain" in Zülz mrler den ständigen Eierierkontributione», Bedrückungen und Plackereien nicht ihr nacklcs Leben zu fristen und ioandern aus der jcchrhunderiealicn Heimat fort, wahrlich eine merkwürdige Illustration zu der ihnen von den Judenfeinden immer nachgesagten Bereicherung durch Wucher und Betrug. Tie Zurückgebliebenen aber setzten unentwegt das „Ringen um ihr Recht, dessen unerbittliche Zähigkeii einer tragischen Grosze nicht entbehrt", fort, bis es auch ihnen gelingt, zu Ende des 17. Jahrhunderts eine Bestätigung des Prager Privilegs Ferdinands II. vom Jahre 1627 zu erhalten, das gegen Zahlung einer Kvntribulion von 16 000 Gulden die Juden Böhmens und Schlesiens von jeder Svndersteuer enlbindcl, ihnen die Gleichstellung mit den christlichen Kausleuten verspricht und ihnen die Erlernung und ungehemmte. Ausübung jedes Handwerks gestattet. Einen an dramatischer Spannung besonders reichen Abschnitt des Kampfes der Juden um ihre Heimat Men wir hier vorüberrollen. Dr. Jakobowitz (Veüihen, v.-S.). ') Israel Rabinr „Brun Rechtskampf der Juden i» Schlesien 11582—1713)". Wissenschaftlich« Beilage Mn Bericht der Ilwlsch. theologische» Seminars -lll Brcvlau für das Jahr 1926. ■ . Für d. Schristlettung veraniwortl.: l. V. Alfred W lener, Berlin SW «8, Drnck von Rridolf W offe, Berlin 8W 19. '

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